Können unangenehme Gerüche bei neuen Nackenstützen die Atemwege reizen?

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Ja, unangenehme Gerüche bei neuen Nackenstützkissen können die Atemwege reizen.

Dieses Phänomen wird oft als "Ausgasung" bezeichnet. Dabei entweichen flüchtige organische Verbindungen (auf Englisch: Volatile Organic Compounds, kurz VOCs), die bei der Herstellung des Schaumstoffs (meist Viscoschaum, Kaltschaum oder Latex) verwendet wurden.

Hier sind die wichtigsten Details dazu:

1. Welche Symptome können auftreten?

Wenn die Konzentration dieser Gase hoch ist oder man empfindlich darauf reagiert, können folgende Beschwerden auftreten:

  • Reizung der Schleimhäute: Brennen in der Nase, im Rachen oder in den Augen.
  • Husten oder Kurzatmigkeit: Besonders bei Menschen mit Asthma oder empfindlichen Bronchien.
  • Kopfschmerzen und Schwindel: Oft durch den intensiven chemischen Geruch ausgelöst.
  • Übelkeit: Der „neu“-Geruch kann bei sensiblen Personen Unwohlsein verursachen.

2. Warum riechen die Kissen?

Die meisten Nackenstützkissen bestehen aus Polyurethan-Schaumstoffen. Bei der Produktion werden chemische Stoffe wie Treibmittel, Flammschutzmittel oder Klebstoffe verwendet. Wenn das Kissen direkt nach der Produktion verpackt wird, können diese Gase nicht entweichen und werden erst beim Auspacken bei Ihnen zu Hause massiv freigesetzt.

3. Was können Sie tun?

In den meisten Fällen ist der Geruch zwar lästig, aber bei kurzzeitiger Exposition nicht dauerhaft gesundheitsschädlich. Dennoch sollten Sie folgende Schritte unternehmen:

  • Gründliches Lüften: Nehmen Sie den Bezug ab und legen Sie das Kissen für 24 bis 72 Stunden an einen gut belüfteten Ort (idealerweise auf einen Balkon oder eine Terrasse, aber vor direktem Sonnenlicht und Feuchtigkeit geschützt).
  • Bezug waschen: Waschen Sie den abnehmbaren Kissenbezug vor der ersten Benutzung gemäß der Waschanleitung.
  • Absaugen: Manchmal hilft es, das Kissen vorsichtig mit dem Staubsauger abzusaugen, um lose Partikel und Gase aus den Poren zu ziehen.
  • Zertifikate prüfen: Achten Sie beim Kauf auf Siegel wie OEKO-TEX Standard 100 oder CertiPUR. Diese garantieren, dass Grenzwerte für Schadstoffe eingehalten wurden und das Kissen schadstoffgeprüft ist.

4. Wann ist Vorsicht geboten?

  • Anhaltender Geruch: Wenn das Kissen nach einer Woche intensivem Lüften immer noch stark riecht, deutet das auf eine minderwertige Qualität oder eine zu hohe chemische Belastung hin. In diesem Fall sollten Sie das Kissen reklamieren oder zurückgeben.
  • Vorerkrankungen: Menschen mit Asthma, MCS (Multiple Chemikalien-Sensitivität) oder starken Allergien sollten besonders vorsichtig sein und im Zweifelsfall auf Naturmaterialien (z. B. Naturlatex, Dinkelspreu oder Kapok) ausweichen.

Fazit: Eine leichte Geruchsentwicklung ist bei Schaumstoffkissen anfangs normal. Sobald der Geruch jedoch Atemwegsreizungen oder Kopfschmerzen auslöst, sollten Sie das Kissen erst nach vollständiger Auslüftung verwenden oder es bei bleibendem Geruch austauschen.

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