Können sich Bakterien auf der feuchten Oberfläche von Stückseife vermehren?

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Die kurze Antwort lautet: Ja, Bakterien können auf der feuchten Oberfläche von Stückseife überleben und sich dort auch vermehren.

Das klingt im ersten Moment beunruhigend, ist aber bei normaler Hygiene in der Regel kein gesundheitliches Risiko.

Hier sind die Details dazu, warum das passiert und warum es meistens harmlos ist:

1. Warum sich Bakterien dort ansiedeln

Bakterien lieben Feuchtigkeit. Wenn ein Stück Seife nach der Benutzung in einer Pfütze aus Wasser oder im sogenannten "Seifenschleim" liegt, bietet das eine ideale Umgebung.

  • Nährboden: Hautschuppen, Fette und Schmutz, die beim Waschen auf der Seife zurückbleiben, dienen den Mikroorganismen als Nahrung.
  • Biofilm: Auf der nassen Oberfläche kann sich ein dünner Biofilm bilden, in dem Bakterien (oft Hautkeime wie Staphylokokken, aber auch Umweltkeime) gedeihen.

2. Warum es trotzdem nicht gefährlich ist

Obwohl Bakterien auf der Seife sein können, gibt es Entwarnung aus der Wissenschaft (bekannte Studien dazu stammen bereits aus den Jahren 1965 und 1988):

  • Keine Übertragung: Studien haben gezeigt, dass Bakterien, die sich auf einem Seifenstück befinden, beim Händewaschen fast nie auf die Hände des nächsten Benutzers übertragen werden.
  • Abspüleffekt: Die Seife löst die Oberflächenspannung des Wassers und bindet Schmutz sowie Mikroorganismen. Wenn Sie Ihre Hände unter fließendem Wasser abspülen, werden die Bakterien der Seife zusammen mit dem Schaum einfach weggespült.
  • Alkalität: Die meisten festen Seifen haben einen hohen (basischen) pH-Wert, der für viele krankheitserregende Bakterien auf Dauer eher lebensfeindlich ist.

3. Tipps für eine hygienische Nutzung

Damit das Stück Seife so sauber wie möglich bleibt, sollten Sie folgende Punkte beachten:

  1. Trocknung ist alles: Verwenden Sie eine Seifenschale, in der das Wasser ablaufen kann (mit Löchern oder Rillen). Die Seife muss zwischen den Anwendungen komplett abtrocknen können. Bakterien sterben ab, sobald die Oberfläche trocken ist.
  2. Abspülen: Spülen Sie das Seifenstück kurz unter fließendem Wasser ab, bevor Sie es benutzen, um den eventuell vorhandenen "Schleim" zu entfernen.
  3. In öffentlichen Bereichen: In Krankenhäusern oder öffentlichen Toiletten wird oft Flüssigseife in Spendern bevorzugt, da das Risiko einer Kreuzkontamination (viele verschiedene Menschen nutzen dasselbe Stück) dort theoretisch höher ist. Zu Hause ist das Stück Seife jedoch völlig unbedenklich.

Fazit: Ja, Bakterien vermehren sich auf feuchter Seife, aber sie verursachen keine Krankheiten, da sie beim eigentlichen Waschvorgang direkt wieder in den Abfluss gespült werden. Das wichtigste ist, die Seife trocken zu lagern.

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