Können reichhaltige Augencremes die Entstehung von Milien (Grieskörnern) fördern?
Ja, das ist absolut möglich. Tatsächlich sind zu reichhaltige oder unpassende Augencremes eine der häufigsten Ursachen für die Entstehung von Milien (auch Grieskörner genannt) im Augenbereich.
Hier ist die Erklärung, warum das passiert und worauf du achten solltest:
1. Warum fördern reichhaltige Cremes Milien?
Milien sind keine verstopften Talgdrüsen (wie Pickel), sondern kleine Zysten, die mit Keratin (Hornmaterial) gefüllt sind. Die Haut in der Augenpartie ist sehr dünn und besitzt kaum Talgdrüsen.
- Okklusionseffekt: Sehr reichhaltige Cremes enthalten oft schwere Öle, Wachse oder Silikone (z. B. Petrolatum, Lanolin oder Paraffinum Liquidum). Diese bilden einen Film auf der Haut. Wenn dieser Film zu dicht ist, können abgestorbene Hautschüppchen nicht natürlich abgestoßen werden. Sie werden unter der Haut eingeschlossen, verhärten und bilden Milien.
- Überpflegung: Die dünne Haut unter den Augen kann die schweren Inhaltsstoffe oft nicht vollständig aufnehmen. Der „Stau“ an Wirkstoffen und Fetten begünstigt die Zystenbildung.
2. Woran erkennst du, ob deine Creme zu reichhaltig ist?
Wenn du nach der Anwendung kleiner weißer Pünktchen bemerkst, die sich nicht ausdrücken lassen, ist das ein klares Zeichen. Auch ein glänzender Film, der nach Stunden nicht einzieht, deutet darauf hin, dass die Textur für deinen Hauttyp zu schwer ist.
3. Was kannst du tun?
Wenn du zu Milien neigst, solltest du deine Pflegeroutine anpassen:
- Leichtere Texturen wählen: Steige von schweren Balsamen oder reichhaltigen Cremes auf Augengels oder leichte Augenfluids um. Diese spenden Feuchtigkeit (z. B. durch Hyaluronsäure), ohne die Haut mit Fett zu versiegeln.
- Wirkstoffe beachten: Produkte mit Retinol (speziell für die Augenpartie formuliert) können helfen, die Zellerneuerung zu fördern und so der Entstehung von Milien vorzubeugen.
- Sanfte Reinigung: Achte darauf, Augen-Make-up gründlich, aber sanft zu entfernen, damit keine Rückstände die Poren und Hautwege blockieren.
- Nicht zu nah ans Auge: Trage die Creme eher auf dem Knochen unter dem Auge und unter dem Brauenbogen auf, statt direkt bis an den Wimpernkranz, da das Produkt durch die Körperwärme und Blinzelbewegungen von selbst wandert.
4. Wie wird man Milien wieder los?
- Niemals selbst ausdrücken: Da Milien keine Porenöffnung haben, verletzt du nur das Gewebe und riskierst Narben oder Entzündungen.
- Profi-Entfernung: Ein Hautarzt oder eine Kosmetikerin kann Milien mit einer sterilen Lanzette fachgerecht öffnen und entleeren.
- Peelings: Ganz vorsichtige Anwendung von sehr milden chemischen Peelings (z. B. PHA oder Milchsäure) kann langfristig helfen, ist aber im direkten Augenbereich mit Vorsicht zu genießen.
Fazit: Wenn du zu Milien neigst, ist "weniger oft mehr". Feuchtigkeit ist wichtig, aber auf schwere Fette sollte in der Augenpartie verzichtet werden.