Wie verhindert ein Deodorant die Entstehung von unangenehmem Körpergeruch?

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Um zu verstehen, wie ein Deodorant wirkt, muss man zuerst wissen, wie Körpergeruch überhaupt entsteht: Schweiß an sich ist fast geruchlos. Er besteht zu 99 % aus Wasser und etwas Salz.

Der unangenehme Geruch entsteht erst, wenn Hautbakterien die im Schweiß (besonders im Schweiß der Achselhöhlen) enthaltenen organischen Substanzen (Fette und Eiweiße) zersetzen. Dabei entstehen Abfallprodukte wie Buttersäure, die wir als „Schweißgeruch“ wahrnehmen.

Ein Deodorant setzt an verschiedenen Punkten an, um diesen Prozess zu unterbinden:

1. Bekämpfung der Bakterien (Antimikrobielle Wirkung)

Dies ist die wichtigste Funktion. Deodorants enthalten Wirkstoffe, die das Wachstum der Bakterien auf der Haut hemmen oder sie abtöten.

  • Alkohol: Viele Deos basieren auf Alkohol (Ethanol). Dieser tötet Bakterien kurzzeitig ab und entzieht ihnen die Lebensgrundlage.
  • Andere Wirkstoffe: Es werden auch Stoffe wie Triclosan (heute seltener) oder mildere Wirkstoffe wie Glyceryllaurat oder Silberverbindungen eingesetzt, die das Bakterienwachstum bremsen.

2. Überdeckung des Geruchs (Duftstoffe)

Das ist die offensichtlichste Funktion. Parfümöle und ätherische Öle sollen den bereits entstandenen oder entstehenden Geruch überlagern. Das sorgt für ein Frischegefühl, bekämpft aber nicht die Ursache.

3. Geruchsneutralisierung (Geruchsabsorber)

Manche Deos enthalten chemische Verbindungen, die Geruchsmoleküle regelrecht „einfangen“ oder chemisch binden, bevor sie in die Nase gelangen können.

  • Ein bekanntes Beispiel ist Zinkrizinoleat. Es umschließt die Geruchsmoleküle, sodass sie nicht mehr flüchtig sind und somit nicht mehr gerochen werden können.

4. Beeinflussung des pH-Werts

Bakterien fühlen sich in einem bestimmten Milieu besonders wohl. Viele Deodorants senken den pH-Wert der Haut leicht ab (machen sie saurer), zum Beispiel durch Zitronensäureester. In diesem sauren Milieu können sich die geruchsbildenden Bakterien deutlich schlechter vermehren.


Wichtiger Unterschied: Deodorant vs. Anti-Transpirant

Oft werden diese Begriffe synonym verwendet, aber sie wirken völlig unterschiedlich:

  • Deodorant (Deo): Verhindert nicht das Schwitzen. Es bekämpft lediglich die Bakterien und den Geruch. Die Haut bleibt feucht, riecht aber (idealerweise) gut.
  • Anti-Transpirant (AT): Es setzt eine Stufe früher an und verhindert das Schwitzen selbst. Es enthält meist Aluminiumsalze. Diese verengen die Schweißdrüsen temporär oder bilden einen pfropfartigen Verschluss, sodass weniger Schweiß an die Hautoberfläche gelangt. Wo kein Schweiß ist, können Bakterien auch nichts zersetzen.

Zusammenfassend: Ein Deodorant sorgt dafür, dass die Bakterien auf der Haut den Schweiß nicht in stinkende Bestandteile zerlegen können oder überdeckt das Ergebnis dieser Zerlegung mit Duftstoffen.