Können die zugesetzten Verdickungsmittel in Milchdrinks Verdauungsprobleme hervorrufen?

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Ja, zugesetzte Verdickungsmittel in Milchdrinks (wie Kakaogetränken, Proteinshakes oder Trinkjoghurt) können bei empfindlichen Personen tatsächlich Verdauungsprobleme hervorrufen.

Obwohl diese Zusatzstoffe von den Lebensmittelbehörden (wie der EFSA) als sicher eingestuft sind, reagieren viele Menschen mit Symptomen wie Blähungen, Bauchschmerzen, Völlegefühl oder sogar Durchfall.

Hier sind die am häufigsten verwendeten Verdickungsmittel und wie sie wirken:

1. Carrageen (E 407)

Carrageen wird aus Rotalgen gewonnen und ist eines der umstrittensten Verdickungsmittel.

  • Wirkung: Es steht im Verdacht, entzündliche Prozesse im Darm zu fördern. In Tierstudien wurden bei hohen Dosen Schädigungen der Darmschleimhaut beobachtet.
  • Symptome: Bei empfindlichen Personen kann es zu Blähungen und krampfartigen Schmerzen führen.

2. Guarkernmehl (E 412) und Johannisbrotkernmehl (E 410)

Diese Stoffe werden aus den Samen von Hülsenfrüchten gewonnen.

  • Wirkung: Sie bestehen aus unverdaulichen Ballaststoffen. Im Dickdarm werden sie von Bakterien fermentiert.
  • Symptome: Bei größeren Mengen oder empfindlichem Darm (z. B. Reizdarmsyndrom) entstehen Gase, die zu starken Blähungen führen können. In höheren Dosen wirken sie abführend.

3. Xanthan (E 415)

Xanthan wird mithilfe von Bakterien biotechnologisch hergestellt.

  • Wirkung: Es ist ein sehr effektives Verdickungsmittel, das Wasser bindet.
  • Symptome: Auch Xanthan wird im Dickdarm fermentiert. Es kann bei empfindlichen Menschen Blähungen verursachen und den Stuhl weicher machen.

4. Carboxymethylcellulose (E 466)

Dieser Stoff wird oft in Diät- oder Proteinshakes eingesetzt.

  • Wirkung: Neuere Studien deuten darauf hin, dass dieser Zusatzstoff die Darmflora (Mikrobiom) verändern und die schützende Schleimschicht im Darm schwächen könnte.
  • Symptome: Dies kann langfristig zu Entzündungen und Verdauungsbeschwerden führen.

Warum treten diese Probleme auf?

Es gibt im Wesentlichen drei Gründe:

  1. Fermentation: Da diese Stoffe vom menschlichen Körper nicht verdaut werden können, dienen sie den Darmbakterien als Nahrung. Dabei entstehen als Abfallprodukt Gase.
  2. Wasserbindung: Einige Verdickungsmittel ziehen Wasser in den Darm, was den Stuhl verflüssigen kann (abführende Wirkung).
  3. Individuelle Unverträglichkeit: Menschen mit einem empfindlichen Darm (Reizdarm) reagieren oft schon auf kleinste Mengen dieser Stoffe.

Tipps für Betroffene:

  • Zutatenliste lesen: Achten Sie auf die E-Nummern oder Namen wie Carrageen, Xanthan oder Guarkernmehl.
  • Naturprodukte bevorzugen: Unbehandelte Milch oder Joghurt benötigen keine Verdickungsmittel.
  • Selber mischen: Machen Sie sich Ihren Kakao oder Proteinshake selbst aus Milch/Pflanzendrink und reinem Pulver ohne Zusätze.
  • Pflanzliche Alternativen prüfen: In vielen Hafer- oder Mandeldrinks sind ebenfalls Verdickungsmittel enthalten. Es gibt jedoch Marken, die komplett darauf verzichten (oft Bio-Produkte).

Fazit: Wenn Sie nach dem Konsum von Milchdrinks regelmäßig unter Blähungen oder Unwohlsein leiden, ist es sehr wahrscheinlich, dass die Verdickungsmittel (und nicht zwingend die Laktose) die Ursache sind. Ein Test durch Weglassen dieser Produkte für einige Tage schafft meist schnell Klarheit.

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