Können chemische Rückstände von Geschirrspültabs einen unangenehmen Geruch an Kunststoffgeschirr hinterlassen?
Ja, das ist absolut möglich und sogar ein sehr häufiges Problem.
Es gibt mehrere chemische und physikalische Gründe, warum Kunststoffgeschirr (wie Tupperware, Trinkflaschen oder Brotdosen) nach dem Spülen in der Maschine einen unangenehmen chemischen oder „seifigen“ Geruch annehmen kann.
Hier sind die Hauptursachen und was man dagegen tun kann:
1. Die Beschaffenheit von Kunststoff (Lipophilie)
Kunststoffe sind im Gegensatz zu Glas oder Keramik lipophil (fettliebend) und leicht porös. Das bedeutet:
- Kunststoff nimmt Fette und Öle aus Speiseresten sehr leicht auf.
- Die im Spültab enthaltenen Tenside und Duftstoffe verbinden sich mit diesen winzigen Fettrückständen an der Oberfläche des Kunststoffs.
- Bei hohen Temperaturen in der Spülmaschine öffnen sich die „Poren“ des Materials leicht, wodurch chemische Stoffe (besonders Parfüme) tiefer in das Material eindringen können.
2. Duftstoffe in den Tabs
Die meisten herkömmlichen Spültabs enthalten starke synthetische Duftstoffe (Zitrone, „Frische“ etc.). Diese sind darauf ausgelegt, auch nach dem Spülen einen „sauberen“ Geruch zu hinterlassen. Da Kunststoff diese Moleküle speichert, riecht das Gefäß oft extrem nach Chemie, was besonders unangenehm ist, wenn es den Geschmack von darin aufbewahrten Lebensmitteln beeinflusst.
3. Überdosierung und Klarspüler
Moderne „All-in-One“-Tabs sind oft für voll beladene Maschinen und sehr hartes Wasser konzipiert. Wenn die Maschine nicht voll ist oder das Wasser weich ist, ist die Konzentration an Chemie zu hoch. Der enthaltene Klarspüler ist darauf ausgelegt, die Oberflächenspannung des Wassers zu senken, damit es abfließt. Dieser hinterlässt einen dünnen Film, der auf Kunststoff besonders gut haftet und den Geruch fixiert.
4. Alter des Kunststoffs
Je älter und zerkratzter das Kunststoffgeschirr ist, desto größer ist die Oberfläche. In den feinen Kratzern setzen sich Rückstände von Reinigungsmitteln besonders hartnäckig fest.
Was kann man dagegen tun?
Wenn Ihr Geschirr bereits riecht, helfen folgende Methoden:
- Natron oder Backpulver: Legen Sie das Geschirr in warmes Wasser mit zwei Esslöffeln Natron ein. Es neutralisiert Gerüche organischen und chemischen Ursprungs.
- Essigwasser: Eine Mischung aus Wasser und Essig hilft, den alkalischen Film der Spülmaschinentabs zu lösen.
- Sonnenlicht: Legen Sie die sauberen Kunststoffdosen für einige Stunden in die direkte Sonne. UV-Strahlung spaltet viele Geruchsmoleküle auf.
- Tab-Wechsel: Steigen Sie auf duftstofffreie Öko-Tabs oder Sensitiv-Tabs um. Diese verzichten oft auf die starken Parfüme, die sich im Plastik festsetzen.
- Pulver statt Tabs: Mit Pulver lässt sich die Dosierung besser an die Beladung anpassen, was die Rückstände minimiert.
- Temperatur senken: Spülen Sie Kunststoff im Eco-Programm oder bei niedrigeren Temperaturen (45-50 °C), damit sich die Poren des Materials nicht so weit öffnen.
Fazit: Der Geruch ist kein Zeichen von mangelnder Sauberkeit, sondern meist eine Wechselwirkung zwischen den chemischen Duftstoffen der Tabs und der porösen Struktur des Kunststoffs. Gesundheitlich ist das in geringen Mengen meist unbedenklich, aber geschmacklich sehr störend.