Können Calciumpräparate die Ablagerung von Plaque in den Arterien begünstigen?

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Die Frage, ob Calciumpräparate die Verkalkung der Arterien (Arteriosklerose) fördern können, wird in der Wissenschaft seit einigen Jahren intensiv diskutiert. Die kurze Antwort lautet: Ja, es gibt Hinweise darauf, dass die isolierte Einnahme von hochdosierten Calciumpräparaten das Risiko für Ablagerungen in den Gefäßen erhöhen kann.

Hier sind die Details und die Hintergründe, die man kennen sollte:

1. Unterschied zwischen Nahrung und Nahrungsergänzung

Studien (u. a. eine große Langzeitstudie der Johns Hopkins University) haben einen wichtigen Unterschied festgestellt:

  • Calcium aus Lebensmitteln (Milchprodukte, grünes Gemüse, Nüsse, Mineralwasser) scheint das Herz nicht zu schädigen. Es wird langsam aufgenommen und scheint sogar einen schützenden Effekt zu haben.
  • Calciumpräparate führen zu einem schnellen, stoßartigen Anstieg des Calciumspiegels im Blut. Dieser Überschuss kann sich laut Forschern eher an den Gefäßwänden ablagern, anstatt in die Knochen eingebaut zu werden.

2. Das Problem der "Fehlleitung" (Calcium-Paradoxon)

Damit Calcium in die Knochen gelangt und nicht in den Arterien landet, benötigt der Körper bestimmte Cofaktoren. Wenn diese fehlen, steigt das Risiko für Plaque:

  • Vitamin D3: Es sorgt dafür, dass Calcium aus dem Darm ins Blut aufgenommen wird.
  • Vitamin K2: Dies ist der entscheidende "Verkehrspolizist". Es aktiviert Proteine (wie Osteocalcin und das Matrix-Gla-Protein), die das Calcium aktiv aus den Gefäßen abtransportieren und in die Knochenmatrix einbauen. Ohne ausreichend Vitamin K2 steigt das Risiko, dass das eingenommene Calcium die Arterien verkalkt.
  • Magnesium: Ein Gegenspieler von Calcium, der hilft, das Calcium in Lösung zu halten und den Einbau in die Knochen zu regulieren.

3. Was sagen die Studien konkret?

Einige Meta-Analysen (Zusammenfassungen vieler Studien) haben gezeigt, dass Menschen, die regelmäßig hochdosierte Calcium-Supplemente (ohne entsprechende Cofaktoren) einnahmen, ein um etwa 20 bis 30 % höheres Risiko für Herzinfarkte hatten als die Kontrollgruppen.

4. Wer ist besonders gefährdet?

  • Personen, die Calciumpräparate überdosieren (mehr als 1.000 mg zusätzlich zur Nahrung pro Tag).
  • Personen mit einem Mangel an Vitamin K2 oder Vitamin D.
  • Menschen mit bereits bestehenden Nierenerkrankungen (da die Niere den Calciumhaushalt reguliert).

Empfehlungen nach aktuellem Wissensstand:

  1. "Food First": Versuchen Sie, Ihren Calciumbedarf primär über die Nahrung zu decken.
  2. Kombinationspräparate: Wenn eine Supplementierung notwendig ist (z. B. bei Osteoporose), sollte Calcium idealerweise mit Vitamin D3 und Vitamin K2 kombiniert werden.
  3. Dosis anpassen: Nehmen Sie keine hohen Einzeldosen (z. B. 1.000 mg auf einmal). Kleinere Mengen (z. B. 200–500 mg), über den Tag verteilt, sind für den Körper verträglicher.
  4. Ärztliche Rücksprache: Vor allem bei Vorerkrankungen des Herzens oder der Nieren sollte die Einnahme mit einem Arzt abgeklärt werden. Ein Test des Calcium- und Vitamin-D-Spiegels im Blut ist sinnvoll.

Fazit: Calcium an sich ist lebensnotwendig. Das Problem ist nicht das Calcium selbst, sondern die unkontrollierte, hochdosierte Einnahme in Form von Tabletten, ohne auf das Gleichgewicht mit anderen Nährstoffen zu achten.

Hinweis: Diese Informationen dienen der allgemeinen Aufklärung und ersetzen keine ärztliche Beratung.

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