Kann ein Gesichtspeeling bei falscher Anwendung den natürlichen pH-Wert der Haut stören?

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Ja, absolut. Ein Gesichtspeeling kann bei falscher Anwendung den natürlichen pH-Wert der Haut und die damit verbundene Schutzbarriere (den sogenannten Säureschutzmantel) massiv stören.

Hier ist erklärt, wie das passiert und welche Folgen das hat:

1. Der natürliche pH-Wert der Haut

Die menschliche Haut hat im gesunden Zustand einen leicht sauren pH-Wert, der meist zwischen 4,7 und 5,7 liegt. Dieser „Säureschutzmantel“ besteht aus Talg, Schweiß und abgestorbenen Hautzellen. Er hat eine wichtige Aufgabe: Er hält schädliche Bakterien fern und bewahrt die Feuchtigkeit in der Haut.

2. Wie Peelings den pH-Wert beeinflussen

Je nach Art des Peelings gibt es unterschiedliche Risiken bei falscher Anwendung:

  • Chemische Peelings (AHA, BHA, PHA): Diese Peelings sind von Natur aus sauer (oft pH 3 bis 4), um die obersten Hautschuppen zu lösen.
    • Das Problem: Wendet man sie zu oft an oder lässt sie zu lange einwirken, sinkt der pH-Wert der Haut zu stark ab. Die Haut wird "überpeelt", die Barriere wird durchlässig, und es kommt zu Rötungen und Brennen.
  • Mechanische Peelings (Körnerpeelings): Diese verändern den pH-Wert zwar nicht direkt durch Chemie, aber durch die Reibung.
    • Das Problem: Zu starkes Schrubben verletzt die oberste Hautschicht. Eine beschädigte Hautbarriere kann ihren pH-Wert nicht mehr stabil halten. Zudem sind viele herkömmliche Seifen oder Reinigungsprodukte, die zusammen mit mechanischen Peelings genutzt werden, oft basisch (alkalisch), was den pH-Wert nach oben treibt und die Haut austrocknet.

3. Folgen eines gestörten pH-Werts

Wenn der pH-Wert durch falsches Peelen dauerhaft aus dem Gleichgewicht gerät, treten folgende Probleme auf:

  1. Austrocknung: Die Haut kann Feuchtigkeit nicht mehr speichern.
  2. Unreinheiten und Akne: Ein Anstieg des pH-Werts in den basischen Bereich (über 6) ist ideal für das Wachstum von Bakterien (Propionibacterium acnes), was zu Pickeln führt.
  3. Empfindlichkeit: Die Haut reagiert plötzlich gereizt auf Produkte, die man früher vertragen hat.
  4. Vorzeitige Alterung: Enzyme, die Kollagen abbauen, werden bei einem falschen pH-Wert aktiver.

4. Anzeichen für eine falsche Anwendung („Over-exfoliation“)

Du merkst, dass dein Peeling den pH-Wert/die Barriere gestört hat, wenn die Haut:

  • extrem glänzt, aber gleichzeitig spannt (wie Plastikfolie).
  • rötet und bei der nächsten Anwendung von normaler Creme brennt.
  • schuppige Stellen bildet, obwohl du peelst.

Tipps für eine pH-schonende Anwendung:

  • Weniger ist mehr: Ein chemisches Peeling 1–3 Mal pro Woche reicht meist völlig aus.
  • Auf den pH-Wert achten: Gute Hersteller geben den pH-Wert ihrer Peelings an. Er sollte effektiv, aber nicht zu aggressiv sein.
  • Neutralisieren: Nach einem starken chemischen Peeling sollte die Haut mit viel Wasser abgespült oder (falls vom Hersteller empfohlen) ein neutralisierendes Produkt verwendet werden.
  • Pflege danach: Nutze nach dem Peeling eine Creme, die den pH-Wert unterstützt (leicht sauer) und die Barriere stärkt (z. B. mit Ceramiden).

Fazit: Ein Peeling ist ein mächtiges Werkzeug. Richtig eingesetzt hilft es der Haut, falsch eingesetzt zerstört es den Säureschutzmantel und macht die Haut anfällig für Entzündungen und Trockenheit.

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