Kann die Nutzung von Duschgel den natürlichen pH-Wert der Haut stören?
Ja, die Nutzung von Duschgel kann den natürlichen pH-Wert der Haut tatsächlich stören. Um zu verstehen, warum das so ist und welche Folgen das hat, muss man sich den Aufbau unserer Haut genauer ansehen.
Hier sind die wichtigsten Punkte dazu:
1. Der natürliche Säureschutzmantel
Die menschliche Haut hat einen leicht sauren pH-Wert, der normalerweise zwischen 4,7 und 5,5 liegt. Dies wird als „Säureschutzmantel“ bezeichnet. Er besteht aus Talg, Schweiß und abgestorbenen Hautzellen. Seine Aufgaben sind:
- Abwehr von Krankheitserregern: Viele schädliche Bakterien und Pilze können in diesem sauren Milieu nicht überleben.
- Erhalt der Barrierefunktion: Er hält die Haut geschmeidig und verhindert, dass sie zu viel Feuchtigkeit verliert.
2. Wie Duschgel den pH-Wert beeinflusst
Herkömmliche Reinigungsprodukte können diesen Schutzmantel auf zwei Arten angreifen:
- Alkalische Seifen: Klassische Stückseifen haben oft einen sehr hohen (basischen/alkalischen) pH-Wert von 9 bis 11. Wenn man sich damit wäscht, wird der saure pH-Wert der Haut massiv in den basischen Bereich verschoben. Es kann Stunden dauern, bis die Haut ihren natürlichen Wert wiederhergestellt hat.
- Scharfe Tenside: Auch wenn ein Duschgel nicht alkalisch ist, enthält es meist Tenside (waschaktive Substanzen wie z. B. Sodium Laureth Sulfate). Diese lösen nicht nur Schmutz, sondern auch die körpereigenen Lipide (Fette) aus der Haut. Dadurch wird die Barriere geschwächt, auch wenn der pH-Wert oberflächlich stabil bleibt.
3. Die Folgen einer Störung
Wenn der pH-Wert regelmäßig gestört wird, treten häufig folgende Probleme auf:
- Trockenheit und Spannungsgefühl: Die Haut verliert schneller Feuchtigkeit.
- Irritationen und Rötungen: Die Haut wird empfindlicher gegenüber äußeren Einflüssen.
- Hautprobleme: Ein gestörter pH-Wert begünstigt das Wachstum von Bakterien, was zu Unreinheiten, Akne oder sogar Ekzemen führen kann.
4. Worauf sollte man achten?
Man muss nicht auf Duschgel verzichten, aber man kann die Belastung minimieren:
- „pH-hautneutral“: Achte auf Produkte mit dieser Aufschrift. Diese haben meist einen pH-Wert von etwa 5,5 und sind somit an den natürlichen Wert der Haut angepasst. (Vorsicht: „pH-neutral“ ohne den Zusatz „haut“ bedeutet meist einen Wert von 7, was für die Haut bereits zu basisch ist).
- Rückfettende Inhaltsstoffe: Duschöle oder Duschgele mit natürlichen Ölen helfen, den Fettverlust auszugleichen.
- Weniger ist mehr: Es ist oft nicht nötig, den ganzen Körper täglich mit Duschgel einzuseifen. Für die meisten Körperstellen (Arme, Beine) reicht klares Wasser aus; Duschgel sollte man primär an Stellen verwenden, die stärker schwitzen (Achseln, Füße).
- Nicht zu heiß duschen: Heißes Wasser löst die Schutzfette der Haut noch schneller heraus.
Fazit: Ja, Duschgel stört den pH-Wert, besonders wenn es stark parfümiert ist oder aggressive Tenside enthält. Mit milden, pH-hautneutralen Produkten und einer maßvollen Anwendung kommt die gesunde Haut jedoch in der Regel gut zurecht.