Warum trocknet herkömmliches Duschgel bei häufiger Anwendung oft die Haut aus?

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Dass herkömmliches Duschgel die Haut bei häufiger Anwendung austrocknet, liegt vor allem an der chemischen Zusammensetzung und der Art und Weise, wie Reinigung funktioniert.

Hier sind die Hauptgründe im Detail erklärt:

1. Aggressive Tenside (Waschsubstanzen)

Der wichtigste Bestandteil von Duschgel sind Tenside. Diese Moleküle haben die Aufgabe, Fett und Schmutz zu lösen, damit sie mit Wasser abgespült werden können.

  • Das Problem: Herkömmliche (günstige) Duschgele verwenden oft sehr starke Tenside wie Sodium Laureth Sulfate (SLES). Diese unterscheiden nicht zwischen „schmutzigem“ Fett (Schweiß, Talg) und den körpereigenen Lipiden (Fetten), die die Hautbarriere zusammenhalten.
  • Die Folge: Die wertvollen Fette, die die Feuchtigkeit in der Haut einschließen, werden regelrecht herausgewaschen.

2. Störung des Säureschutzmantels (pH-Wert)

Unsere Haut hat einen natürlichen Säureschutzmantel mit einem pH-Wert von etwa 5,5 (leicht sauer). Dieser Schutzfilm hält Bakterien fern und die Haut geschmeidig.

  • Das Problem: Viele herkömmliche Seifen und Duschgele haben einen pH-Wert, der eher im neutralen (7) oder sogar alkalischen Bereich liegt.
  • Die Folge: Jedes Waschen hebt den pH-Wert der Haut an. Es dauert Stunden, bis die Haut ihren natürlichen Wert wiederhergestellt hat. Bei häufigem Duschen ist die Haut permanent damit beschäftigt, ihren Schutzwall zu reparieren, und verliert dabei an Feuchtigkeit.

3. Zu kurze Regenerationszeit

Die Haut ist ein lebendes Organ, das sich selbst regeneriert und Lipide nachproduziert.

  • Das Problem: Wenn man mehrmals täglich oder sehr ausgiebig duscht, gibt man der Haut nicht genug Zeit, die weggewaschenen Fette zu ersetzen.
  • Die Folge: Die Barriere wird mit jedem Mal dünner und durchlässiger. Die Feuchtigkeit aus dem Inneren der Haut verdunstet schneller nach außen (transepidermaler Wasserverlust).

4. Die Kombination mit heißem Wasser

Duschgel wird selten allein verwendet, sondern in Kombination mit Wasser – oft heißem Wasser.

  • Das Problem: Heißes Wasser wirkt wie ein Katalysator. Es verflüssigt die Hautfette, wodurch die Tenside sie noch leichter aus der Haut lösen können.
  • Vergleich: Es ist wie beim Abwaschen einer fettigen Pfanne: Mit heißem Wasser und Spülmittel geht das Fett viel schneller weg als mit kaltem Wasser. Genau das passiert mit Ihrer Haut.

5. Duft- und Konservierungsstoffe

Herkömmliche Duschgele sind oft stark parfümiert und enthalten Konservierungsstoffe, um sie im feuchten Badezimmer haltbar zu machen.

  • Die Folge: Diese Stoffe können die ohnehin schon durch den Lipidverlust gestresste Haut zusätzlich reizen, was zu Juckreiz und Rötungen führt, die das Gefühl der Trockenheit verstärken.

Was kann man dagegen tun?

  • Weniger ist mehr: Duschgel nur an den Stellen verwenden, die wirklich gereinigt werden müssen (Achseln, Füße, Intimbereich). Wasser allein reicht für Arme und Beine oft aus.
  • Kühler duschen: Das schont die Lipidbarriere.
  • pH-hautneutrale Produkte: Achten Sie auf den Hinweis „pH-hautneutral“ (Wert 5,5).
  • Rückfettende Substanzen: Nutzen Sie Duschöle oder Produkte mit hohem Glycerin-Anteil, die die Haut schon während des Waschens pflegen.
  • Sanfte Tenside: Suchen Sie nach Produkten mit "Sugar Surfactants" (Zuckertensiden wie Coco-Glucoside), die milder reinigen als Sulfate.
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