Ist die Strahlung einer Mikrowelle für den menschlichen Körper gefährlich?

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Die kurze Antwort lautet: Nein, die Strahlung einer Mikrowelle ist für den menschlichen Körper bei normalem Gebrauch nicht gefährlich.

Hier ist die detaillierte Erklärung, warum das so ist und worauf man dennoch achten sollte:

1. Nicht-ionisierende Strahlung

Man muss zwischen zwei Arten von Strahlung unterscheiden:

  • Ionisierende Strahlung (gefährlich): Dazu gehören Röntgenstrahlen oder radioaktive Strahlung. Diese haben genug Energie, um Elektronen aus Atomen zu schlagen und so die DNA direkt zu schädigen (was Krebs auslösen kann).
  • Nicht-ionisierende Strahlung (Mikrowellen): Mikrowellen gehören wie Radiowellen oder sichtbares Licht zur nicht-ionisierenden Strahlung. Sie haben nicht genug Energie, um Zellen oder Erbgut direkt zu verändern. Sie bringen lediglich Wassermoleküle zum Schwingen, wodurch Reibungswärme entsteht.

2. Abschirmung (Der Faradaysche Käfig)

Mikrowellengeräte sind so konstruiert, dass die Strahlung im Inneren bleibt. Das Metallgehäuse und das engmaschige Metallgitter in der Sichtscheibe wirken als „Faradayscher Käfig“. Die Löcher im Gitter sind viel kleiner als die Wellenlänge der Mikrowellen (ca. 12 cm), sodass die Wellen nicht nach außen dringen können.

Zudem gibt es Sicherheitsmechanismen: Sobald die Tür geöffnet wird, schaltet sich der Generator (Magnetron) sofort ab.

3. Was passiert, wenn Strahlung austritt?

Selbst wenn eine geringe Menge Strahlung austritt (man spricht von „Leckstrahlung“), nimmt deren Intensität mit der Entfernung extrem schnell ab.

  • Grenzwerte: In Deutschland und der EU gelten strenge Grenzwerte. Ein Gerät darf nur eine minimale Menge an Strahlung abgeben, die weit unter dem Niveau liegt, das gesundheitsschädlich wäre.
  • Thermischer Effekt: Das einzige Risiko bei sehr hoher Strahlenbelastung (etwa bei einem defekten Gerät, das trotz offener Tür läuft) wäre eine Erwärmung des Körpergewebes – ähnlich wie eine Verbrennung. Besonders empfindlich sind die Augen (Gefahr des Grauen Stars), da sie Wärme schlecht abführen können.

4. Macht die Mikrowelle das Essen „ungesund“?

Es hält sich hartnäckig das Gerücht, Mikrowellen würden die Struktur der Nahrung zerstören oder sie „verstrahlen“.

  • Keine Radioaktivität: Die Mikrowelle macht das Essen nicht radioaktiv.
  • Nährstoffe: Tatsächlich ist das Garen in der Mikrowelle oft schonender als Kochen im Wasser, da die Garzeit kürzer ist und weniger Wasser benötigt wird, wodurch Vitamine weniger stark ausgeschwemmt werden.

Wann sollte man vorsichtig sein?

Es gibt dennoch echte Gefahren im Umgang mit Mikrowellen, die jedoch nichts mit der Strahlung an sich zu tun haben:

  1. Defekte Geräte: Wenn die Tür verbogen ist, die Dichtungen spröde sind oder das Schutzgitter beschädigt ist, sollte das Gerät nicht mehr benutzt werden.
  2. Siedeverzug: Wasser kann in der Mikrowelle über den Siedepunkt hinaus erhitzt werden, ohne zu sprudeln. Bei einer Erschütterung (z. B. beim Herausnehmen) kann es dann explosionsartig verdampfen und schwere Verbrennungen verursachen.
  3. Ungleichmäßige Erwärmung: In der Mikrowelle entstehen oft „Hot Spots“. Man kann sich den Mund verbrennen, obwohl sich das Gefäß noch kühl anfühlt (besonders wichtig bei Babynahrung).

Fazit: Solange das Gerät unbeschädigt ist, besteht keine Gefahr für die Gesundheit. Die Angst vor „böser Strahlung“ ist wissenschaftlich nicht begründet.