Sind Plastikbehälter beim Erhitzen von Lebensmitteln in der Mikrowelle gesundheitsschädlich?

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Die kurze Antwort lautet: Es kommt auf das Material an. Es kann gesundheitsschädlich sein, wenn man die falschen Behälter verwendet, aber viele moderne Kunststoffe sind bei korrekter Anwendung sicher.

Hier sind die wichtigsten Punkte, die du wissen solltest:

1. Das Problem: Chemische Migration

Wenn Plastik erhitzt wird, können sich chemische Bestandteile aus dem Material lösen und in die Lebensmittel übergehen. Die zwei bekanntesten kritischen Stoffe sind:

  • Bisphenol A (BPA): Ein hormoneller Schadstoff, der oft in hartem Polycarbonat-Kunststoff vorkommt. Er wird mit Unfruchtbarkeit, Diabetes und hormonellen Störungen in Verbindung gebracht.
  • Phthalate (Weichmacher): Diese machen Plastik flexibel, können aber ebenfalls das Hormonsystem beeinflussen.

2. Mikroplastik und Nanoplastik

Neuere Studien (z. B. der University of Nebraska-Lincoln) haben gezeigt, dass beim Erhitzen von Plastikbehältern in der Mikrowelle Milliarden von winzigen Partikeln (Mikro- und Nanoplastik) freigesetzt werden können. Die langfristigen gesundheitlichen Folgen dieser Partikel im Körper sind noch nicht vollständig erforscht, werden aber von Wissenschaftlern kritisch beobachtet.

3. Woran erkenne ich sichere Behälter?

Achte auf die Symbole auf der Unterseite des Gefäßes:

  • Mikrowellensymbol: Drei Wellenlinien übereinander. Das bedeutet, dass der Hersteller das Gefäß für die Mikrowelle geprüft hat. Es schmilzt nicht und gibt keine unzulässigen Mengen an Schadstoffen ab.
  • PP (Polypropylen): Gilt als einer der sichersten Kunststoffe für Lebensmittel (Recycling-Code 5).
  • Vorsicht bei: Behältern mit den Recycling-Codes 3 (PVC) oder 7 (PC/Andere), da diese häufig Phthalate oder BPA enthalten.

4. Was du niemals in die Mikrowelle stellen solltest:

  • Einwegverpackungen: Joghurtbecher, Margarinedosen oder Take-away-Boxen aus Styropor. Diese sind nicht hitzebeständig. Sie können schmelzen und gefährliche Chemikalien direkt in das Essen abgeben.
  • Alte, zerkratzte Behälter: Wenn die Oberfläche beschädigt ist, können sich Schadstoffe und Mikroplastik leichter lösen.
  • Melamin-Geschirr: Es kann bei hohen Temperaturen (über 70 °C) Formaldehyd und Melamin freisetzen.

5. Tipps für maximale Sicherheit

Wenn du jedes Risiko ausschließen möchtest, befolge diese Regeln:

  1. Glas oder Keramik nutzen: Das ist die sicherste Methode. Fülle das Essen zum Erhitzen einfach auf einen normalen Teller oder in eine Glasschüssel um.
  2. Keine fetthaltigen Speisen in Plastik: Fett leitet Hitze besonders stark und erreicht sehr hohe Temperaturen, was die Plastikstruktur schneller angreifen kann.
  3. Abdeckungen: Nutze statt Plastikdeckeln oder Frischhaltefolie lieber einen Porzellanteller oder eine spezielle Abdeckhaube aus Glas.
  4. Nicht zu stark erhitzen: Je heißer das Plastik wird, desto eher lösen sich Stoffe.

Fazit: "Mikrowellengeeignetes" Plastik ist nach aktuellem Stand der Wissenschaft bei normaler Nutzung nicht akut giftig. Wer jedoch vorsorglich auf Nummer sicher gehen will (besonders bei Kindern), sollte auf Glas oder Porzellan ausweichen.

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