Gibt es Ketchup-Sorten, die nicht auf Tomaten basieren?

Bearbeiten
Löschen

Ja, die gibt es definitiv! Tatsächlich war Ketchup ursprünglich gar nicht auf Tomatenbasis konzipiert. Das Wort stammt vermutlich vom chinesischen „kê-tsiap“ ab, was ursprünglich eine fermentierte Fischsauce bezeichnete. Erst im 19. Jahrhundert setzten sich Tomaten als Hauptzutat durch.

Hier sind die bekanntesten Ketchup-Sorten, die ohne Tomaten auskommen:

1. Bananenketchup

Dies ist die wohl bekannteste Alternative, vor allem auf den Philippinen. Während des Zweiten Weltkriegs gab es dort einen Mangel an Tomaten, aber eine Fülle an Bananen.

  • Geschmack: Süßlich, oft mit Essig, Gewürzen und Chili verfeinert.
  • Optik: Meistens wird er rot eingefärbt, um wie Tomatenketchup auszusehen.
  • Passt zu: Pommes, Omelett oder gegrilltem Fleisch.

2. Pilzketchup (Mushroom Ketchup)

Dies war im 18. und 19. Jahrhundert vor allem in Großbritannien die Standardvariante, bevor die Tomate populär wurde.

  • Geschmack: Sehr herzhaft (Umami), dünnflüssiger als moderner Ketchup, fast wie eine Worcestershiresauce.
  • Zutaten: Gesalzene Pilze, Gewürze wie Piment, Nelken und schwarzer Pfeffer.
  • Passt zu: Steaks, Eintöpfen oder zum Verfeinern von Saucen.

3. Rote-Bete-Ketchup

Eine moderne, gesunde Alternative, die oft in Bioläden oder der gehobenen Gastronomie zu finden ist.

  • Geschmack: Erdig, süß-säuerlich und sehr aromatisch.
  • Optik: Intensiv dunkelrot bis lila.
  • Passt zu: Burgern (besonders vegetarischen), Ziegenkäse oder Wildfleisch.

4. Kürbisketchup

Besonders im Herbst beliebt.

  • Geschmack: Cremig, mild und oft mit herbstlichen Gewürzen (Zimt, Muskat) oder Curry verfeinert.
  • Passt zu: Geflügel, Bratkartoffeln oder als Dip.

5. Mangoketchup

Oft eine Mischung aus Ketchup und Chutney.

  • Geschmack: Exotisch, fruchtig, oft mit einer leichten Schärfe (Chili).
  • Passt zu: Asiatischen Gerichten, Fisch oder Hähnchen.

6. Karottenketchup

Wird oft als „versteckte“ Gemüsevariante für Kinder oder als Nachtschattengewächs-freie Alternative (für Menschen mit Allergien) angeboten.

  • Geschmack: Süßlich und mild.

7. Walnussketchup

Eine weitere historische Variante aus England.

  • Geschmack: Sehr herb, dunkel und kräftig. Er wird aus grünen, unreifen Walnüssen hergestellt.

Warum gibt es diese Alternativen?

  1. Historie: Bevor Tomaten als sicher essbar galten (sie gehören zu den Nachtschattengewächsen), experimentierte man mit allem, was haltbar gemacht werden konnte.
  2. Allergien: Menschen, die keine Tomaten vertragen (Histaminintoleranz oder Nachtschatten-Allergie), greifen oft auf Rote-Bete- oder Karottenketchup zurück.
  3. Regionalität: In Ländern, in denen Tomaten schlecht wachsen, werden lokale Früchte genutzt (wie die Banane auf den Philippinen).

Wo findet man sie? Bananenketchup gibt es in fast jedem Asia-Markt. Pilzketchup findet man oft in gut sortierten Feinkostläden (oder online aus Großbritannien). Rote-Bete- und Kürbis-Varianten gibt es häufig in Bio-Supermärkten oder sie lassen sich sehr leicht selbst einkochen.