Gibt es einen Zusammenhang zwischen häufigem Cola-Konsum und einer verringerten Knochendichte?
Ja, es gibt wissenschaftliche Hinweise darauf, dass ein hoher Konsum von Cola-Getränken mit einer verringerten Knochendichte (insbesondere bei Frauen) und einem erhöhten Risiko für Osteoporose einhergehen kann.
Die Forschung unterscheidet hierbei oft zwischen Cola und anderen kohlensäurehaltigen Erfrischungsgetränken, da Cola spezifische Inhaltsstoffe enthält, die in anderen Limonaden meist nicht vorkommen.
Hier sind die Hauptgründe für diesen Zusammenhang:
1. Phosphorsäure (Der wichtigste Faktor)
Im Gegensatz zu vielen anderen Softdrinks, die Zitronensäure verwenden, enthält Cola Phosphorsäure (E338) als Säuerungsmittel.
- Das Problem: Der Körper benötigt ein ausgewogenes Verhältnis von Calcium und Phosphat. Wenn man zu viel Phosphat aufnimmt, aber zu wenig Calcium, kann dies den Hormonhaushalt (insbesondere das Parathormon) beeinflussen.
- Die Folge: Um den Phosphatüberschuss im Blut auszugleichen, kann der Körper Calcium aus den Knochen lösen, was diese mit der Zeit schwächer macht.
2. Koffein
Cola enthält Koffein, welches eine leicht harntreibende Wirkung hat.
- Wirkung: Koffein kann die Ausscheidung von Calcium über den Urin geringfügig erhöhen und gleichzeitig die Aufnahme von Calcium im Darm leicht hemmen. In Kombination mit einer ohnehin calciumarmen Ernährung kann dies die Knochengesundheit negativ beeinflussen.
3. Der „Verdrängungseffekt“ (Substitution)
Dies ist ein indirekter, aber sehr bedeutender Faktor.
- Verhalten: Menschen, die viel Cola trinken, konsumieren oft weniger gesunde Getränke wie Milch, mit Calcium angereicherte Pflanzendrinks oder Mineralwasser. Dadurch fehlt dem Körper die primäre Quelle für den Knochenbaustoff Calcium. Besonders kritisch ist dies im Jugendalter, wenn die „Peak Bone Mass“ (die maximale Knochendichte) aufgebaut wird.
4. Studienergebnisse (z. B. Framingham Osteoporosis Study)
Eine bekannte Langzeitstudie (die Framingham Osteoporosis Study) untersuchte diesen Zusammenhang genauer:
- Ergebnis: Bei Frauen, die täglich Cola tranken, wurde eine signifikant niedrigere Knochendichte in der Hüfte gemessen – unabhängig von ihrem Alter oder ihrer Calciumzufuhr.
- Unterschied: Interessanterweise wurde dieser Effekt bei anderen kohlensäurehaltigen Getränken (ohne Phosphorsäure) nicht festgestellt. Bei Männern war der Effekt meist weniger stark ausgeprägt, was vermutlich mit der hormonellen Beschaffenheit und der generell höheren Knochenmasse zusammenhängt.
Fazit und Empfehlungen
Ein gelegentliches Glas Cola ist für die Knochen in der Regel kein Problem. Ein chronisch hoher Konsum (täglich mehrere Gläser) stellt jedoch ein Risiko dar.
Was man tun kann:
- Konsum reduzieren: Cola durch Wasser, Saftschorlen oder ungesüßte Tees ersetzen.
- Calciumzufuhr erhöhen: Achten Sie auf calciumreiche Lebensmittel (Milchprodukte, grünes Gemüse wie Brokkoli oder Grünkohl, calciumreiches Mineralwasser), um die negativen Effekte auszugleichen.
- Andere Limonaden: Wenn es ein Softdrink sein muss, sind solche mit Zitronensäure (wie Zitronenlimonade) aus Sicht der Knochendichte weniger problematisch als Cola.
Hinweis: Dieser Beitrag dient der Information und ersetzt keine ärztliche Beratung.