Gibt es Arbeitshandschuhe, die gleichzeitig Schnittschutz bieten und die Bedienung von Touchscreens ermöglichen?
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Ja, die gibt es definitiv. Da die Digitalisierung auch im Handwerk und in der Industrie (z. B. für Tablets zur Dokumentation oder Maschinensteuerungen) Einzug gehalten hat, bieten fast alle namhaften Hersteller mittlerweile Modelle an, die Schnittschutz (nach EN 388) mit Touch-Funktionalität kombinieren.
Hier sind die wichtigsten Punkte, auf die du beim Kauf achten solltest, sowie einige empfehlenswerte Modelle:
1. Worauf man beim Kauf achten muss:
- Schnittschutzklasse: Achte auf die Kennzeichnung nach EN 388:2016. Die Buchstaben A bis F geben das Schnittschutzniveau an (A = niedrig, F = extrem hoch). Für normale Arbeiten reicht oft C, bei scharfen Blechen oder Glas sollte es D bis F sein.
- Beschichtung: Meistens sind die Handschuhe mit Nitrilmikroschaum oder Polyurethan (PU) beschichtet. Nitril bietet oft einen besseren Grip bei Öl, während PU dünner ist und mehr Tastgefühl bietet.
- Touch-Technologie: Achte auf Begriffe wie "Touchscreen-fähig", "Smartphone-kompatibel" oder "Carbon-Faser". Die Leitfähigkeit wird entweder durch leitfähige Garne im Gewebe oder durch spezielle Zusätze in der Beschichtung erreicht.
2. Empfehlenswerte Modelle (Beispiele):
- Uvex Phynamic-Serie (z. B. uvex phynamic C5): Sehr bekannt für exzellentes Tastgefühl und Atmungsaktivität. Viele Modelle dieser Serie sind touchfähig.
- ATG MaxiCut Ultra / MaxiFlex Cut: Die MaxiCut-Serie ist der Industriestandard. Sie sind sehr langlebig, bieten hohen Schnittschutz (Level C oder D) und die neueren Versionen sind fast alle touchscreen-kompatibel.
- Engelbert Strauss: Bietet eine breite Palette an, z. B. die "Schnittschutzhandschuhe e.s. ambidextrous" oder spezielle Modelle aus der e.s. concrete Serie.
- Ansell HyFlex-Serie: Professionelle Handschuhe für die Industrie. Modelle wie der HyFlex 11-541 bieten hohen Schnittschutz und sind für die Bedienung von Bildschirmen optimiert.
- Würth: Die Tigerflex-Serie bietet ebenfalls Varianten mit Schnittschutz und Touch-Funktion.
3. Tipps aus der Praxis:
- Passform: Damit die Touch-Funktion gut funktioniert, muss der Handschuh eng an den Fingerspitzen anliegen. Wenn der Handschuh vorne "übersteht", erkennt das Display die Berührung oft nicht richtig.
- Verschmutzung: Öl, Fett oder dicker Staub auf dem Handschuh können die Leitfähigkeit beeinträchtigen. Wenn der Touchscreen nicht mehr reagiert, hilft oft ein kurzes Abwischen der Fingerspitzen.
- Displayschutzfolien: Dicke Panzerglas-Folien auf Smartphones können die Sensitivität in Kombination mit Handschuhen verringern. In den Einstellungen vieler Android-Smartphones gibt es einen "Handschuh-Modus", der die Empfindlichkeit des Displays erhöht.
Fazit: Wenn du im Fachhandel oder online suchst, filtere am besten nach "Schnittschutzlevel C" (oder höher) und dem Schlagwort "Touch". Die meisten modernen Montagehandschuhe der Mittelklasse (ca. 8–15 Euro pro Paar) beherrschen beides heute sehr zuverlässig.