Führt das Paffen von Zigarren ebenfalls zu einer körperlichen Nikotinabhängigkeit?

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Ja, das Paffen von Zigarren kann definitiv zu einer körperlichen Nikotinabhängigkeit führen.

Obwohl Zigarrenrauch in der Regel nicht tief in die Lunge inhaliert wird (wie bei Zigaretten), gibt es mehrere Gründe, warum das Nikotin dennoch in den Körper gelangt und süchtig macht:

1. Aufnahme über die Mundschleimhaut

Dies ist der entscheidende Unterschied zur Zigarette. Zigarrenrauch ist im Gegensatz zu Zigarettenrauch meist alkalisch (basisch). Nikotin kann in einem alkalischen Milieu sehr effizient direkt über die Schleimhäute im Mund aufgenommen werden und gelangt so in die Blutbahn und ins Gehirn. Bei Zigaretten ist der Rauch saurer, weshalb das Nikotin erst über die große Oberfläche der Lungenbläschen aufgenommen werden muss.

2. Hoher Nikotingehalt

Zigarren enthalten oft wesentlich mehr Tabak als Zigaretten. Eine einzige große Zigarre kann so viel Nikotin enthalten wie eine ganze Packung (oder sogar mehr) Zigaretten. Selbst wenn nur ein Teil dieses Nikotins über die Mundschleimhaut aufgenommen wird, reicht die Menge aus, um die Nikotinrezeptoren im Gehirn zu stimulieren.

3. Unbewusstes Inhalieren

Auch wenn man "nur pafft", atmet man zwangsläufig einen Teil des Rauches ein, der in der Luft hängt (Passivrauchen). Zudem gelangt Rauch über den Nasen-Rachen-Raum indirekt in die Atemwege.

4. Veränderung der Hirnchemie

Sobald Nikotin das Gehirn erreicht, setzt es Botenstoffe wie Dopamin frei. Das Gehirn gewöhnt sich an diesen Zustand und baut zusätzliche Rezeptoren auf. Bleibt der Nikotinnachschub aus, entstehen Entzugserscheinungen – das klassische Zeichen einer körperlichen Abhängigkeit.

Vergleich mit Zigaretten

  • Wirkungseintritt: Bei der Zigarette (Inhalation) gelangt das Nikotin innerhalb von 7 bis 10 Sekunden ins Gehirn ("Kick").
  • Wirkung beim Paffen: Über die Mundschleimhaut steigt der Nikotinspiegel langsamer an, bleibt aber oft über einen längeren Zeitraum erhöht, da eine Zigarre meist über 30 bis 90 Minuten geraucht wird.

Fazit

Wer regelmäßig Zigarre raucht, entwickelt eine Toleranz gegenüber Nikotin. Bei einem Verzicht können typische Entzugssymptome wie Gereiztheit, Unruhe, Konzentrationsstörungen und ein starkes Verlangen (Craving) auftreten.

Zusätzlich zur körperlichen Abhängigkeit spielt bei Zigarren die psychische Komponente (das Ritual, die Entspannung) eine große Rolle, was das Aufhören ebenfalls erschweren kann.

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