Warum ist das Inhalieren von Zigarrenrauch gefährlicher als das bloße Paffen?
Das Inhalieren von Zigarrenrauch ist aus mehreren medizinischen und chemischen Gründen deutlich gefährlicher als das bloße „Paffen“ (bei dem der Rauch nur in die Mundhöhle aufgenommen und wieder ausgepustet wird).
Hier sind die wichtigsten Gründe für das erhöhte Risiko beim Inhalieren:
1. Die schiere Menge an Schadstoffen
Eine einzige große Zigarre kann so viel Tabak enthalten wie eine ganze Packung Zigaretten (bis zu 20 Gramm). Da Zigarrenrauch durch die Fermentation des Tabaks eine sehr hohe Konzentration an Giftstoffen aufweist, ist die Schadstoffbelastung bei einer einzigen Zigarre extrem hoch. Inhaliert man diesen Rauch, führt man der Lunge die Giftmenge von bis zu 20 Zigaretten auf einmal zu.
2. Chemische Zusammensetzung (Nitrosamine)
Zigarrentabak wird fermentiert. Dieser Prozess führt dazu, dass Zigarrenrauch wesentlich höhere Konzentrationen an tabakspezifischen Nitrosaminen enthält als Zigarettenrauch. Nitrosamine gehören zu den stärksten krebserregenden Stoffen. Beim Inhalieren gelangen diese hochkonzentrierten Karzinogene direkt in das empfindliche Lungengewebe.
3. Der pH-Wert und die Aufnahme
- Zigarettenrauch ist eher sauer. Der Körper kann das Nikotin aus saurem Rauch fast nur über die Lunge aufnehmen, weshalb Zigarettenraucher fast immer inhalieren müssen, um einen „Kick“ zu bekommen.
- Zigarrenrauch ist alkalisch (basisch). Nikotin aus alkalischem Rauch kann direkt über die Mundschleimhaut aufgenommen werden.
- Die Gefahr: Wenn man Zigarrenrauch dennoch inhaliert, gelangt das Nikotin und die Giftstoffe nicht nur über die Mundschleimhaut, sondern zusätzlich über die riesige Oberfläche der Lungenbläschen (Alveolen) in den Blutkreislauf. Die Dosis an Giftstoffen und Nikotin explodiert förmlich.
4. Belastung der tiefen Atemwege
Die Lunge ist nicht für den schweren, ungefilterten Rauch einer Zigarre ausgelegt. Während Paffen „nur“ das Risiko für Mundhöhlen-, Zungen- und Kehlkopfkrebs massiv erhöht, kommen beim Inhalieren folgende Risiken mit voller Wucht hinzu:
- Lungenkrebs: Das Risiko für Lungenkrebs ist bei inhalierenden Zigarrenrauchern um ein Vielfaches höher als bei Paffern.
- COPD: Die chronisch obstruktive Lungenerkrankung wird durch die tief sitzenden Partikel und Reizstoffe im Zigarrenrauch massiv gefördert.
- Herz-Kreislauf-Erkrankungen: Da die Schadstoffe (wie Kohlenmonoxid) über die Lunge direkt ins Blut gelangen, werden das Herz und die Gefäße extrem belastet.
5. Kohlenmonoxid
Zigarren brennen aufgrund ihrer Dicke oft unvollständig ab, was zu einer sehr hohen Konzentration an Kohlenmonoxid (CO) führt. Inhaliert man diesen Rauch, verdrängt das CO den Sauerstoff im Blut viel stärker als beim Zigarettenrauchen, was die Sauerstoffversorgung des gesamten Körpers verschlechtert.
Zusammenfassung
Paffen ist keineswegs „ungesundheitsgefährlich“ – es führt häufig zu Krebserkrankungen im Mund- und Rachenraum. Aber Inhalieren potenziert das Risiko, da es die zerstörerische Wirkung des Rauchs von der Mundhöhle auf die gesamte Lunge und das Herz-Kreislauf-System ausweitet.
Hinweis: Da Zigarrenrauch meist schwerer und kratziger ist, ist das Inhalieren für die meisten Menschen sehr unangenehm und führt zu Hustenreiz – ein natürlicher Schutzmechanismus des Körpers vor der extremen Schadstoffkonzentration.