Wie wirkt sich die falsche Lagerung im Humidor auf die Schimmelbildung bei Zigarren aus?

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Die Lagerung in einem Humidor ist ein Balanceakt. Zigarren sind organische Produkte, die wie ein Schwamm Feuchtigkeit aufnehmen und abgeben. Wenn dieses Mikroklima aus dem Gleichgewicht gerät, entstehen ideale Bedingungen für Schimmelpilze.

Hier sind die spezifischen Faktoren, wie sich falsche Lagerung auf die Schimmelbildung auswirkt:

1. Zu hohe Luftfeuchtigkeit (Der Hauptfaktor)

Dies ist die häufigste Ursache.

  • Der Idealwert: Zigarren sollten bei etwa 68 % bis 72 % relativer Luftfeuchtigkeit gelagert werden.
  • Das Problem: Steigt die Feuchtigkeit dauerhaft über 75 %, finden Schimmelsporen (die überall in der Luft und auf dem Tabak vorhanden sind) genug freies Wasser, um zu keimen.
  • Die Folge: Der Schimmel breitet sich meist zuerst am „Fuß“ (dem offenen Ende) oder auf dem Deckblatt aus.

2. Zu hohe Temperaturen

Schimmel liebt es warm.

  • Der Idealwert: Die Temperatur sollte zwischen 18 °C und 21 °C liegen.
  • Das Problem: Hohe Temperaturen (über 22–24 °C) beschleunigen den Stoffwechsel von Pilzen massiv. In Kombination mit hoher Feuchtigkeit wirkt die Wärme wie ein Katalysator.
  • Zusatzgefahr: Hohe Temperaturen begünstigen zudem das Schlüpfen des gefürchteten Tabakkäfers.

3. Mangelnde Luftzirkulation

Ein Humidor ist ein abgeschlossenes System, aber kein Vakuum.

  • Das Problem: Wenn der Humidor zu voll gepackt ist oder nie geöffnet wird, entsteht „stehende Luft“. Es bilden sich innerhalb des Humidors Zonen mit extrem hoher Feuchtigkeit (sogenannte Feuchtigkeitsnester), während das Hygrometer an einer anderen Stelle vielleicht noch Normalwerte anzeigt.
  • Die Folge: Ohne gelegentlichen Luftaustausch können Gase, die bei der Nachfermentierung entstehen, nicht entweichen, was das Schimmelwachstum begünstigen kann.

4. Verwendung von falschem Wasser

  • Das Problem: Die Verwendung von Leitungswasser statt destilliertem Wasser (oder speziellen Befeuchterflüssigkeiten).
  • Die Folge: Leitungswasser enthält Mineralien und organische Verunreinigungen, die als Nährboden für Schimmel und Bakterien dienen können. Zudem kann das Befeuchtungselement (Schwamm) verkeimen und die Sporen im ganzen Humidor verteilen.

5. Direkter Kontakt mit dem Befeuchter

  • Das Problem: Wenn Zigarren direkt am Befeuchtungselement liegen oder dieses berühren.
  • Die Folge: An dieser Stelle ist die punktuelle Feuchtigkeit viel höher als im restlichen Humidor (nahe 100 %). Die Zigarre saugt sich voll und schimmelt innerhalb kürzester Zeit.

Wichtig: Schimmel vs. Zigarrenblüte (Ausblühen)

Oft verwechseln Einsteiger Schimmel mit der sogenannten „Zigarrenblüte“ (Plume):

  • Zigarrenblüte: Ein weißer, kristalliner Staub, der durch austretende Öle entsteht. Er lässt sich leicht abwischen und hinterlässt keine Flecken. Er ist ein Zeichen für gute Reifung.
  • Schimmel: Meist flaumig oder pelzig. Er kann weiß, bläulich, grünlich oder gelb sein. Wenn man ihn abwischt, bleiben oft Verfärbungen auf dem Deckblatt zurück. Schimmel am Fuß der Zigarre (im Inneren) bedeutet meist das Ende für die Zigarre.

Tipps zur Vermeidung:

  1. Hygrometer kalibrieren: Verlassen Sie sich nie blind auf ein neues Gerät.
  2. Lüften: Öffnen Sie den Humidor alle paar Wochen für ein paar Minuten.
  3. Umschichten: Bewegen Sie die Zigarren alle paar Monate, damit überall Luft hinkommt.
  4. Befeuchtungssystem: Nutzen Sie moderne Befeuchter wie Boveda-Packs (Zwei-Wege-Feuchtigkeitskontrolle), da diese Feuchtigkeit sowohl abgeben als auch aufnehmen können, was Überfeuchtung fast ausschließt.

Was tun, wenn es schimmelt? Die betroffenen Zigarren sofort isolieren und entsorgen (wenn der Schimmel am Fuß ist) oder vorsichtig abwischen (wenn er nur leicht auf dem Deckblatt ist und man die Zigarre sofort raucht). Den Humidor gründlich mit Isopropanol reinigen und neu einfahren.

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