Enthalten viele Duschgele bedenkliche Konservierungsstoffe wie Parabene?
Die kurze Antwort lautet: Im Vergleich zu früher enthalten deutlich weniger Duschgele Parabene, aber sie sind immer noch in einigen Produkten zu finden.
Hier ist eine detaillierte Übersicht über die aktuelle Situation bei Duschgelen und Konservierungsstoffen:
1. Der Rückzug der Parabene
Parabene (wie Methylparaben, Ethylparaben) waren lange Zeit die Standard-Konservierungsmittel, da sie sehr wirksam gegen Pilze und Bakterien und zudem günstig sind.
- Kritik: Sie stehen im Verdacht, wie das Hormon Östrogen zu wirken und das hormonelle Gleichgewicht zu beeinflussen (endokrine Disruptoren).
- Reaktion der Industrie: Aufgrund des schlechten Rufs werben heute viele Hersteller offensiv mit dem Label „0 % Parabene“. In konventionellen Supermarkt- und Drogerie-Eigenmarken (wie Balea oder Isana) findet man heute kaum noch Parabene in Duschgelen.
2. Problematische Alternativen
Wenn Hersteller auf Parabene verzichten, müssen sie andere Wege finden, um das Produkt haltbar zu machen (besonders da Duschgel viel Wasser enthält und in der warm-feuchten Dusche steht). Hierbei werden oft Alternativen eingesetzt, die ebenfalls kritisch sein können:
- Methylisothiazolinone (MIT): Ein Ersatzstoff, der jedoch ein sehr hohes Allergiepotenzial hat. In „Leave-on“-Produkten (Cremes) ist er in der EU bereits verboten, in „Rinse-off“-Produkten wie Duschgel aber unter strengen Grenzwerten noch erlaubt.
- Formaldehyd-Abspalter: Stoffe wie DMDM Hydantoin oder Diazolidinyl Urea können Formaldehyd freisetzen, das krebserregend sein kann und die Schleimhäute reizt. Diese sind in Europa seltener geworden, aber gelegentlich noch zu finden.
- Halogenorganische Verbindungen: Diese erkennt man oft an Namensbestandteilen wie „Bromo“ oder „Iodo“. Sie gelten als allergieauslösend und umweltschädlich.
3. Naturkosmetik als sichere Wahl
Zertifizierte Naturkosmetik (z. B. mit dem NATRUE- oder COSMOS-Siegel) verbietet den Einsatz von Parabenen, Silikonen und synthetischen Konservierungsstoffen komplett.
- Wie wird hier konserviert? Meist durch Bio-Alkohol, ätherische Öle oder organische Säuren (z. B. Benzoesäure oder Sorbinsäure), die als unbedenklich gelten.
4. Worauf sollten Sie achten? (INCI-Check)
Wenn Sie sichergehen wollen, werfen Sie einen Blick auf die Inhaltsstoffliste (INCI). Meiden Sie Stoffe, die so enden:
- ...paraben (z. B. Butylparaben, Propylparaben)
- ...isothiazolinone
- ...trimonium chloride (können die Haut reizen)
Tipp für den Alltag: Nutzen Sie Apps wie CodeCheck oder Yuka. Sie können den Barcode des Duschgels scannen und sehen sofort, ob bedenkliche Konservierungsstoffe enthalten sind.
Fazit
Es gibt heute eine riesige Auswahl an Duschgelen ohne Parabene. Dennoch sollte man bei sehr günstigen Produkten oder Importware wachsam sein. Wer empfindliche Haut hat oder auf Nummer sicher gehen will, fährt mit zertifizierter Naturkosmetik am besten, da dort die strengsten Regeln für Konservierungsstoffe gelten.