Bis zu welcher maximalen Temperatur sind Standard-Dichtungsringe aus einem Universal-Sortiment in der Regel belastbar?
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Bei Standard-Dichtungsringen aus einem Universal-Sortiment (wie man sie oft im Baumarkt oder im KFZ-Zubehör findet) kommt es auf das Material an. In den allermeisten Fällen bestehen diese Sets aus NBR (Nitrilkautschuk).
Hier sind die typischen Belastungsgrenzen:
1. Der Standardfall: NBR (schwarz, meist glänzend)
- Maximale Temperatur: ca. +100 °C bis +120 °C.
- Dauerbelastung: In der Regel sollte man nicht dauerhaft über 80 °C bis 90 °C gehen.
- Eigenschaften: Sehr gut beständig gegen Öle, Fette und Kraftstoffe, aber altert schnell bei hohen Temperaturen und UV-Licht (wird porös).
2. Der Sanitär-Spezialist: EPDM (schwarz, oft matt)
- Maximale Temperatur: ca. +130 °C bis +150 °C.
- Eigenschaften: Oft in Sortimenten für den Sanitärbereich enthalten. Sehr gut für Heißwasser und Dampf geeignet, aber nicht beständig gegen Mineralöle oder Benzin.
3. Der Hochleistungs-Bereich: FKM / Viton (oft grün, braun oder schwarz)
- Maximale Temperatur: ca. +200 °C.
- Eigenschaften: Diese finden sich seltener in "Billig-Sortimenten". Sie sind extrem hitze- und chemikalienbeständig.
Zusammenfassung für die Praxis:
Wenn du ein typisches schwarzes Universal-Set hast und nicht genau weißt, welches Material es ist, solltest du von folgendem ausgehen:
- Bis 80 °C: Unbedenklich.
- Bis 100 °C: Kurzzeitig okay, bei dauerhafter Nutzung wird der Ring hart und bricht irgendwann.
- Über 100 °C: Das Material wird weich, verformt sich dauerhaft („Druckverformungsrest“) und verliert seine Dichtkraft.
Wichtiger Hinweis: Für Anwendungen an Bremsanlagen, Solaranlagen (hohe Temperaturen) oder am Motorauspuff sind Standard-Universalringe nicht geeignet. Hier müssen Spezialdichtungen verwendet werden.