Aus welchen Materialien werden Vorhängeschlösser gefertigt?
Bearbeiten
Löschen
Vorhängeschlösser werden aus verschiedenen Materialien gefertigt, je nachdem, ob der Fokus auf Sicherheit (Aufbruchschutz), Witterungsbeständigkeit (Rostschutz) oder Gewicht liegt.
Hier sind die gängigsten Materialien, unterteilt nach den Komponenten des Schlosses:
1. Das Gehäuse (Schlosskörper)
Das Gehäuse macht den Großteil des Schlosses aus und schützt den Schließzylinder.
- Messing: Das am häufigsten verwendete Material. Es ist von Natur aus korrosionsbeständig (rostet nicht) und daher ideal für den Außenbereich. Es ist jedoch weicher als Stahl und bietet daher nur mittleren Schutz gegen rohe Gewalt.
- Gehärteter Stahl: Diese Schlösser sind extrem massiv und schwer. Sie bieten den höchsten Schutz gegen Bohren, Sägen oder Hammerschläge. Um sie vor Rost zu schützen, sind sie oft verchromt oder kunststoffbeschichtet.
- Edelstahl: Die beste Wahl für extreme Bedingungen (maritimes Klima, Salzwasser). Edelstahl ist sehr rostbeständig, aber meist teurer und etwas weniger hart als speziell gehärteter Werkzeugstahl.
- Aluminium: Sehr leicht und oft in verschiedenen Farben eloxiert. Es wird häufig für Spinde oder im Bereich der Arbeitssicherheit (Lockout/Tagout) eingesetzt. Es bietet weniger Schutz gegen massive Angriffe.
- Lamellenstahl: Hier besteht das Gehäuse aus vielen einzelnen, miteinander vernieteten Stahlplatten. Dies macht das Schloss zäh und widerstandsfähig gegen Schlagbohrer.
- Zinkdruckguss: Ein günstiges Material, das oft für Zahlenschlösser oder einfache Kofferschlösser verwendet wird. Es ist weniger stabil als Messing oder Stahl.
2. Der Bügel
Der Bügel ist die Schwachstelle für Bolzenschneider und Sägen, weshalb hier oft besonders harte Materialien verwendet werden.
- Gehärteter Stahl: Der Standard für Sicherheitsschlösser. Durch Hitzebehandlung wird die Oberfläche so hart, dass Handsägen kaum eine Chance haben.
- Bor-Legierter Stahl (Boron): Eine spezielle Stahllegierung, die nochmals deutlich härter als herkömmlicher gehärteter Stahl ist. Sie bietet maximalen Schutz gegen Bolzenschneider.
- Edelstahl: Wie beim Gehäuse wird Edelstahl für den Bügel verwendet, wenn Rostschutz wichtiger ist als maximale Härte.
- Messing: Nur bei sehr einfachen Schlössern zu finden, da es leicht mit einer Metallsäge durchtrennt werden kann.
3. Der Innenmechanismus (Zylinder und Stifte)
- Messing und Bronze: Die meisten Stifte und der Zylinderkern bestehen aus diesen Materialien, da sie gute Gleiteigenschaften haben und nicht festrosten.
- Edelstahl-Federn: Im Inneren drücken kleine Federn die Stifte nach oben. Diese sollten aus Edelstahl sein, damit das Schloss nicht durch Korrektur blockiert.
4. Spezialmaterialien
- Kunststoff/Vinyl-Überzug: Viele Schlösser haben einen Kunststoffmantel, um empfindliche Oberflächen (z. B. an Fahrrädern oder Autos) vor Kratzern zu schützen und das Eindringen von Schmutz in das Schlüsselloch zu verhindern.
- Titalium: Eine von der Firma ABUS entwickelte Spezial-Aluminiumlegierung, die so stabil wie Stahl, aber deutlich leichter ist.
Zusammenfassung: Welches Material für welchen Zweck?
- Keller/Gartenhaus: Messing oder gehärteter Stahl (wenn trocken).
- Boot/Küste: Edelstahl oder spezielles "Marine"-Messing.
- Hohes Diebstahlrisiko: Gehärteter Stahl oder Bor-Stahl.
- Reisekoffer/Spind: Aluminium oder Zinkdruckguss.