Aus welchen Materialien besteht ein klassischer Tesafilm-Streifen?
Ein klassischer Tesafilm-Streifen besteht im Wesentlichen aus drei bis vier verschiedenen Schichten und Materialien. Obwohl er sehr dünn ist, ist er technisch komplex aufgebaut.
Hier sind die Hauptbestandteile eines klassischen transparenten Klebebandes (wie dem Tesa-Standard):
1. Das Trägermaterial (Folie)
Dies ist die Schicht, die dem Band seine Festigkeit gibt. Bei klassischem Tesafilm werden heute meist Kunststoffe verwendet:
- Polypropylen (PP): Das am häufigsten verwendete Material für Standard-Klebebänder. Es ist reißfest und transparent.
- Zelluloseacetat: Wird oft für die "kristallklaren" oder matt-unsichtbaren Varianten (wie Tesafilm unsichtbar) verwendet. Es lässt sich leichter von Hand einreißen.
- Zellglas (Cellophan): In der Anfangszeit (und heute wieder bei Öko-Varianten) bestand der Träger aus Zellglas, das aus dem nachwachsenden Rohstoff Zellulose gewonnen wird.
2. Die Klebmasse (Adhäsiv)
Der Klebstoff sorgt dafür, dass der Streifen haftet. Hier gibt es zwei Haupttypen:
- Naturkautschuk oder Synthesekautschuk: Der "klassische" Kleber. Er wird oft mit Harzen gemischt, um die Klebrigkeit zu erhöhen. Er haftet sehr gut auf vielen verschiedenen Oberflächen.
- Acrylat-Klebstoffe: Diese sind wasserbasiert und werden oft bei modernen, alterungsbeständigen Klebebändern eingesetzt. Sie vergilben nicht so schnell und sind geruchlos.
3. Der Haftvermittler (Primer)
Damit die Klebmasse fest auf der Kunststofffolie hält und beim Abrollen nicht einfach am darunterliegenden Streifen hängen bleibt, wird eine hauchdünne Schicht Haftvermittler zwischen Folie und Kleber aufgetragen. Ohne diesen Primer würde sich der Kleber vom Träger lösen (das sogenannte "Umspulen").
4. Die Trennschicht (Release-Coating)
Auf der Oberseite des Klebebandes (die Seite, die man anfasst) befindet sich eine extrem dünne Lackschicht (oft aus Silikonverbindungen oder speziellen Polymeren). Diese sorgt dafür, dass sich das Band leicht von der Rolle abwickeln lässt, ohne dass der Kleber der nächsten Lage zu fest daran haftet.
Zusammenfassung der Inhaltsstoffe:
- Kunststoff (Polypropylen oder Zelluloseacetat)
- Kautschuk (Natur- oder Synthesekautschuk)
- Harze (als Klebebeschleuniger)
- Hilfsstoffe (Primer und Trennmittel auf Silikon- oder Polymerbasis)
Interessanter Fakt: Der Name „Tesa“ war ursprünglich ein Markenname für eine Zahnpastatube und wurde erst später auf das Klebeband übertragen, das 1936 auf den Markt kam. Damals bestand es noch aus Kautschuk auf einer Zellglasfolie.