Aus welchen Materialien bestehen herkömmliche Einwegbinden?
Herkömmliche Einwegbinden sind komplex aufgebaut und bestehen in der Regel aus mehreren Schichten, die jeweils eine spezifische Funktion haben. Ein Großteil dieser Materialien basiert auf Kunststoffen (Erdölprodukten).
Hier ist die Zusammensetzung von der obersten zur untersten Schicht:
1. Die Deckschicht (Oberfläche)
Dies ist die Schicht, die direkten Hautkontakt hat. Sie soll die Flüssigkeit schnell ins Innere leiten und sich trocken anfühlen.
- Material: Meist ein Vliesstoff aus synthetischen Fasern wie Polypropylen (PP) oder Polyethylen (PE). Manche Hersteller verwenden auch perforierte Kunststofffolien.
2. Die Verteilerschicht (Acquisition Layer)
Diese Schicht liegt direkt unter der Oberfläche und sorgt dafür, dass das Blut gleichmäßig über den gesamten Saugkern verteilt wird, damit dieser nicht nur an einer Stelle vollgesogen ist.
- Material: Meist synthetische Fasern (Polyester oder Polypropylen).
3. Der Saugkern (Das Herzstück)
Hier wird die Flüssigkeit gespeichert. Er besteht bei herkömmlichen Binden meist aus zwei Komponenten:
- Zellstoff (Fluff Pulp): Er wird aus Holz gewonnen und ist meist chlorfrei gebleicht. Er sorgt für die Saugfähigkeit und die Form der Binde.
- Superabsorber (SAP): Das sind kleine Kügelchen aus Natriumpolyacrylat (einem Kunststoff). Sie können ein Vielfaches ihres Eigengewichts an Flüssigkeit aufnehmen und diese in ein Gel verwandeln, sodass die Binde auch unter Druck trocken bleibt.
4. Die Rückseite (Wäscheschutz)
Diese Schicht verhindert, dass Blut auf die Unterwäsche durchsickert.
- Material: Eine flüssigkeitsundurchlässige Folie aus Polyethylen (PE). Damit die Haut „atmen“ kann, ist diese Folie oft mikroporös (mit winzigen Löchern, die Luft, aber kein Wasser durchlassen).
5. Klebestoffe und Schutzstreifen
Damit die Binde in der Unterwäsche hält:
- Kleber: Meist synthetische Thermoplast-Klebstoffe (Hotmelt-Kleber), die auf Harzen und Elastomeren basieren.
- Abdeckstreifen: Das Papier, das man vor dem Gebrauch abzieht, ist meist mit Silikon beschichtet, damit es sich leicht vom Kleber lösen lässt.
6. Optionale Zusatzstoffe
Viele herkömmliche Binden enthalten zudem:
- Duftstoffe: Um Gerüche zu neutralisieren.
- Lotionen: Um die Hautschonung zu verbessern.
- Farbstoffe: Für dekorative Muster auf der Oberfläche.
Zusammenfassung und Umweltaspekt
Einwegbinden bestehen laut Schätzungen von Umweltorganisationen zu bis zu 90 % aus Kunststoff. Das entspricht etwa der Menge von vier Plastiktüten pro Packung Binden. Da sie nicht biologisch abbaubar sind, verrotten sie in der Natur erst nach mehreren hundert Jahren.
Als Alternative zu herkömmlichen Binden gibt es mittlerweile Bio-Binden (aus Bio-Baumwolle und biologisch abbaubaren Folien aus Maisstärke) oder wiederverwendbare Alternativen wie Stoffbinden, Menstruationstassen oder Periodenunterwäsche.