Ab welcher verzehrten Menge können die in Pfefferminzpastillen enthaltenen Zuckeraustauschstoffe eine abführende Wirkung entfalten?
Es gibt keine fest definierte Gramm-Zahl, die für jeden Menschen gleichermaßen gilt, da die Verträglichkeit von Zuckeraustauschstoffen (Zuckeralkoholen oder Polyolen) sehr individuell ist.
In der Regel treten abführende Wirkungen bei Erwachsenen ab folgenden Mengen auf:
1. Die Grenzwerte nach Stoffen
Die in Pfefferminzpastillen am häufigsten verwendeten Stoffe haben unterschiedliche Schwellenwerte:
- Sorbit (Sorbitol, E 420): Gilt als besonders kritisch. Bei vielen Menschen führen bereits 20 bis 50 Gramm pro Tag zu Blähungen und Durchfall. Bei empfindlichen Personen können schon 5 bis 10 Gramm leichte Beschwerden auslösen.
- Xylit (Birkenzucker, E 967): Wird etwas besser vertragen. Die Grenze liegt meist bei etwa 40 bis 50 Gramm pro Tag. Der Körper kann sich zudem an Xylit gewöhnen („Gewöhnungseffekt“).
- Isomalt (E 953) / Maltit (E 965): Diese liegen oft im Bereich von 20 bis 40 Gramm.
- Erythrit (E 968): Dies ist der verträglichste Zuckeralkohol. Abführende Wirkungen treten meist erst ab ca. 0,6 bis 0,8 Gramm pro Kilogramm Körpergewicht auf (bei einem 70 kg schweren Erwachsenen also erst ab ca. 50 Gramm).
2. Umrechnung auf Pfefferminzpastillen
Um ein Gefühl für die Menge zu bekommen:
- Eine typische zuckerfreie Pfefferminzpastille wiegt etwa 0,5 bis 2 Gramm.
- Da diese Pastillen fast ausschließlich aus dem Austauschstoff bestehen, kann man grob rechnen:
- Bei Sorbit-haltigen Pastillen kann die kritische Grenze von 20 Gramm bereits nach 10 bis 20 Pastillen erreicht sein.
- Bei sehr kleinen Dragees (wie z. B. Smint oder ähnlichen) sind es entsprechend mehr (ca. 40–50 Stück).
3. Warum wirken sie abführend?
Zuckeralkohole werden im Dünndarm nur langsam oder gar nicht aufgenommen. Sie gelangen in den Dickdarm und wirken dort osmotisch: Sie binden Wasser im Darm, was den Stuhl verflüssigt. Zudem werden sie von Darmbakterien vergoren, was zu Gasbildungen (Blähungen) führt.
4. Wichtige Faktoren
- Nüchterner Magen: Werden die Pastillen auf nüchternen Magen verzehrt, tritt der Effekt deutlich schneller und heftiger ein.
- Körpergewicht: Kinder reagieren aufgrund ihres geringeren Gewichts viel empfindlicher. Hier können schon 5 bis 10 Gramm (wenige Pastillen) zu heftigem Durchfall führen.
- Individuelle Toleranz: Menschen mit einer Sorbitintoleranz reagieren bereits auf kleinste Mengen, die in nur ein oder zwei Pastillen enthalten sind.
Gesetzlicher Hinweis: In der EU müssen Lebensmittel, die mehr als 10 % zugesetzte Polyole (Zuckeralkohole) enthalten, zwingend den Hinweis tragen: „Kann bei übermäßigem Verzehr abführend wirken.“
Fazit: Wenn Sie eine herkömmliche Packung zuckerfreier Minzpastillen (ca. 15–25g Inhalt) innerhalb kurzer Zeit komplett aufessen, müssen die meisten Menschen bereits mit einer spürbaren Wirkung auf die Verdauung rechnen.