Ab wann führt die regelmäßige Einnahme von Kopfschmerztabletten zu einem dauerhaften Gewöhnungskopfschmerz?

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Die medizinische Fachbezeichnung für diesen „Gewöhnungskopfschmerz“ lautet Medikamentenübergebrauchskopfschmerz (MUK).

Es gibt eine klare internationale Faustregel, ab wann die Einnahme kritisch wird. Man nennt sie die „10-20-Regel“.

Die kritische Grenze

Ein medikamentenbedingter Kopfschmerz droht, wenn Schmerzmittel über einen Zeitraum von mindestens drei Monaten wie folgt eingenommen werden:

  1. Bei Kombinationspräparaten, Triptanen oder Opioiden: An 10 oder mehr Tagen pro Monat.
  2. Bei einfachen Schmerzmitteln (wie Ibuprofen, Acetylsalicylsäure/Aspirin oder Paracetamol): An 15 oder mehr Tagen pro Monat.

Zusammengefasst: Wer an mehr als 10 Tagen im Monat zu Kopfschmerzmitteln greift, riskiert, in einen Teufelskreis zu geraten.

Warum passiert das?

Der Körper gewöhnt sich an die ständige Zufuhr der Wirkstoffe. Die Schmerzschwelle sinkt ab, und das Nervensystem wird überempfindlich. Die Folge: Der Kopfschmerz tritt nicht mehr anfallweise auf, sondern wird chronisch (fast täglich). Die Betroffenen nehmen dann noch mehr Tabletten, was die Schmerzen wiederum verstärkt oder aufrechterhält.

Woran erkennt man diesen Kopfschmerz?

  • Er tritt an mehr als 15 Tagen pro Monat auf.
  • Der Schmerz ist oft dumpf-drückend und diffus (ähnlich wie Spannungskopfschmerz).
  • Er ist oft schon morgens nach dem Aufwachen vorhanden.
  • Die Schmerzmittel wirken nicht mehr so gut oder so lange wie früher.

Was sollte man tun?

Wenn Sie feststellen, dass Sie die 10-Tage-Grenze regelmäßig überschreiten:

  1. Ärztliche Beratung: Suchen Sie einen Neurologen oder Schmerztherapeuten auf.
  2. Medikamentenpause: Die einzige wirksame Therapie ist meist ein konsequenter Entzug (Medikamentenpause) für zwei bis sechs Wochen. Dies sollte oft ärztlich begleitet werden.
  3. Prophylaxe: Um gar nicht erst in den Übergebrauch zu kommen, werden oft vorbeugende Medikamente (die nicht süchtig machen oder Gewöhnungsschmerz auslösen) oder Entspannungstechniken (wie progressive Muskelentspannung) empfohlen.

Wichtig: Diese Informationen dienen der allgemeinen Aufklärung und ersetzen keine ärztliche Diagnose. Wenn Sie unter häufigen Kopfschmerzen leiden, ist eine fachärztliche Abklärung dringend ratsam.