Kann die Einnahme von Loratadin trotz der Kennzeichnung als "nicht-müde machend" dennoch Schläfrigkeit verursachen?

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Ja, die kurze Antwort lautet: Ja, Loratadin kann trotz der Kennzeichnung als „nicht-müde machend“ bei einigen Personen dennoch Schläfrigkeit verursachen.

Obwohl Loratadin zu den Antihistaminika der zweiten Generation gehört, die speziell darauf ausgelegt sind, nicht in das zentrale Nervensystem (Gehirn) einzudringen, gibt es dafür mehrere Gründe:

1. Individuelle Empfindlichkeit

Jeder Stoffwechsel ist anders. In klinischen Studien berichteten etwa 2 % bis 8 % der Anwender über Schläfrigkeit oder Müdigkeit. Das ist deutlich weniger als bei älteren Antihistaminika (wie Diphenhydramin), aber es ist eben nicht bei jedem Menschen gleich null.

2. Die Blut-Hirn-Schranke

Antihistaminika der zweiten Generation wie Loratadin sind so konzipiert, dass sie die Blut-Hirn-Schranke kaum überwinden. „Kaum“ bedeutet jedoch nicht „gar nicht“. Bei manchen Menschen gelangt dennoch eine geringe Menge des Wirkstoffs an die H1-Rezeptoren im Gehirn, was zu Müdigkeit führen kann.

3. Dosierung

Die Kennzeichnung „nicht-müde machend“ bezieht sich auf die Standarddosierung (meist 10 mg pro Tag). Wenn eine höhere Dosis eingenommen wird (entweder versehentlich oder nach ärztlicher Anweisung), steigt die Wahrscheinlichkeit, dass der Wirkstoff doch die Blut-Hirn-Schranke passiert und Schläfrigkeit verursacht.

4. Wechselwirkungen

Wenn Loratadin zusammen mit anderen Substanzen eingenommen wird, kann sich die Wirkung verstärken. Dazu gehören:

  • Alkohol: Er kann die dämpfende Wirkung auf das Nervensystem verstärken.
  • Andere Medikamente: Beruhigungsmittel, Schlafmittel oder bestimmte Schmerzmittel können im Zusammenspiel mit Loratadin zu verstärkter Müdigkeit führen.

5. Der Vergleich mit anderen Wirkstoffen

Interessanterweise gilt Loratadin im Vergleich zu Cetirizin (einem anderen sehr bekannten Antihistaminikum der zweiten Generation) oft als noch weniger schläfrig machend. Cetirizin verursacht bei etwa 10 % der Anwender Müdigkeit, Loratadin liegt meist darunter.

Was können Sie tun?

  • Beobachtung: Wenn Sie Loratadin zum ersten Mal nehmen, beobachten Sie Ihre Reaktion, bevor Sie Auto fahren oder schwere Maschinen bedienen.
  • Einnahmezeitpunkt: Wenn Sie feststellen, dass Loratadin Sie müde macht, nehmen Sie die Tablette am besten abends ein. Die allergielindernde Wirkung hält in der Regel 24 Stunden an, sodass Sie am nächsten Tag geschützt sind, aber die Müdigkeit „verschlafen“.
  • Wechsel des Wirkstoffs: Falls die Müdigkeit zu stark ist, kann in Absprache mit einem Arzt oder Apotheker auf ein Antihistaminikum der dritten Generation (wie Desloratadin oder Fexofenadin) gewechselt werden, die noch seltener Schläfrigkeit verursachen.

Hinweis: Diese Informationen dienen der allgemeinen Aufklärung und ersetzen keine ärztliche Beratung. Bei starken Nebenwirkungen sollten Sie immer Rücksprache mit einem Arzt oder Apotheker halten.

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