Warum sehen Katzen im Dunkeln besser als Menschen?
- Die besondere Struktur der Katzennetzhaut
- Das Tapetum lucidum: Der spiegelschichtartige Rückreflektor
- Augenform und Pupillenfunktion
- Evolutionäre Anpassung an den Lebensstil
Die besondere Struktur der Katzennetzhaut
Katzen besitzen in ihren Augen eine Netzhaut, die eine hohe Anzahl an Stäbchen enthält – das sind spezialisierte Rezeptorzellen, die auf Lichtempfindlichkeit ausgerichtet sind. Diese Stäbchen ermöglichen es ihnen, auch bei sehr schwachem Licht noch Formen und Bewegungen zu erkennen. Im Vergleich dazu haben Menschen zwar ebenfalls Stäbchen in ihren Augen, jedoch ist deren Anteil und Dichte geringer, wodurch unsere Sicht bei Dunkelheit eingeschränkter ist.
Das Tapetum lucidum: Der spiegelschichtartige Rückreflektor
Ein weiterer entscheidender Grund für die gute Nachtsicht der Katzen ist das sogenannte Tapetum lucidum, eine reflektierende Zellschicht hinter der Netzhaut. Diese Schicht reflektiert das eintreffende Licht, das die Netzhaut zuerst passiert hat, zurück durch die Netzhaut hindurch. Dadurch wird das einfallende Licht quasi verstärkt und der Sehprozess effizienter. Dieses Reflexionssystem sorgt auch für das typische Leuchten der Katzenaugen im Dunkeln, wenn sie von Lichtquellen angestrahlt werden. Menschen besitzen kein Tapetum lucidum, weshalb ihr Auge weniger Licht effizient nutzt.
Augenform und Pupillenfunktion
Die Form der Katzenpupillen trägt ebenfalls zur besseren Nachtsicht bei. Katzen haben schlitzförmige Pupillen, die sich extrem weit öffnen können, um möglichst viel Licht einzufangen. Im Hellen können sie ihre Pupillen sehr stark zusammenziehen, um das Licht zu regulieren und eine Überbelichtung zu vermeiden. Diese flexible und effiziente Anpassung an unterschiedliche Lichtverhältnisse ermöglicht es Katzen, in der Dämmerung und Dunkelheit deutlich besser zu sehen als Menschen, deren runde Pupillen nicht so stark variieren können.
Evolutionäre Anpassung an den Lebensstil
Katzen sind von Natur aus Jäger, die oft in der Dämmerung oder nachts aktiv sind. Daher haben sie sich im Laufe der Evolution optimal an diese Bedingungen angepasst. Die Kombination aus einer lichtempfindlichen Netzhaut, dem reflektierenden Tapetum lucidum und der Fähigkeit, ihre Pupillen stark zu öffnen und zu schließen, sorgt dafür, dass sie auch bei schwachem Licht ihre Beute gut sehen und verfolgen können.