Windows 10/11: Langsame Kopiergeschwindigkeit beheben – Schritt-für-Schritt-Anleitung
Hier ist ein umfassendes Tutorial, um die Kopiergeschwindigkeit unter Windows 10 und 11 zu optimieren.
Es ist frustrierend, wenn das Kopieren von Dateien ewig dauert, obwohl die Hardware eigentlich schnell genug sein sollte. Die Ursachen können vielfältig sein – von fehlerhaften Einstellungen bis hin zu bremsenden Hintergrunddiensten. Mit den folgenden Lösungen kannst du die Geschwindigkeit deutlich steigern.
1. Hardware-Grundlagen prüfen
Bevor wir in die Software-Einstellungen gehen, stelle sicher, dass die Hardware nicht der Flaschenhals ist:
- USB-Ports: Nutze bei externen Festplatten immer die blauen (USB 3.0) oder roten/gelben (USB 3.1/3.2) Anschlüsse. Die schwarzen Anschlüsse sind meist langsamer (USB 2.0).
- Kabel: Verwende Originalkabel oder zertifizierte High-Speed-Kabel.
- SSD vs. HDD: Bedenke, dass eine herkömmliche HDD systembedingt viel langsamer kopiert als eine SSD.
2. Deaktiviere die "Remotedifferenzialkomprimierung"
Diese Funktion vergleicht Dateien vor dem Kopieren, um Bandbreite zu sparen, verlangsamt den lokalen Kopiervorgang jedoch oft massiv.
- Drücke die Windows-Taste und tippe „Windows-Features aktivieren oder deaktivieren“ ein. Öffne das Ergebnis.
- Suche in der Liste nach dem Punkt „Unterstützung für die Remotedifferenzialkomprimierung-API“.
- Entferne das Häkchen.
- Klicke auf OK und starte den Computer neu.
3. Den Windows-Auto-Tuning-Level anpassen
Windows optimiert die Netzwerk- und Kopierleistung automatisch, was manchmal nach hinten losgehen kann.
- Klicke mit der rechten Maustaste auf den Startbutton und wähle Terminal (Administrator) oder Eingabeaufforderung (Administrator).
- Gib folgenden Befehl ein, um den aktuellen Status zu prüfen:
netsh int tcp show global - Wenn dort bei „Empfangsfensteroptimierung“ (Receive Window Auto-Tuning Level)
normalsteht, versuche es zu deaktivieren:netsh int tcp set global autotuninglevel=disabled - Teste den Kopiervorgang. (Falls es schlechter wird, kannst du es mit
set global autotuninglevel=normalwieder rückgängig machen).
4. Schreibcache für externe Laufwerke aktivieren
Standardmäßig ist Windows so eingestellt, dass USB-Sticks sofort abgezogen werden können. Das bremst die Geschwindigkeit.
- Schließe dein externes Laufwerk an.
- Klicke mit der rechten Maustaste auf den Startbutton und wähle Geräte-Manager.
- Erweitere den Punkt Laufwerke.
- Mache einen Rechtsklick auf dein externes Laufwerk -> Eigenschaften.
- Gehe zum Reiter Richtlinien.
- Wähle „Bessere Leistung“ und aktiviere „Schreibcache auf dem Gerät aktivieren“.
- Wichtig: Du musst das Laufwerk nun immer über „Hardware sicher entfernen“ auswerfen!
5. Antiviren-Echtzeitschutz kurzzeitig pausieren
Der Windows Defender (oder Drittanbieter-Virenscanner) scannt jede Datei während des Kopiervorgangs auf Schädlinge. Bei tausenden kleinen Dateien dauert das extrem lange.
- Gehe zu Einstellungen > Datenschutz & Sicherheit > Windows-Sicherheit > Viren- & Bedrohungsschutz.
- Klicke auf Einstellungen verwalten.
- Schalte den Echtzeitschutz vorübergehend aus (nur für die Dauer des Kopiervorgangs).
6. Laufwerk optimieren (Defragmentierung)
Dateisystemfehler oder Fragmentierung können die Leseköpfe von HDDs ausbremsen.
- Öffne den Explorer und klicke mit rechts auf das betroffene Laufwerk.
- Wähle Eigenschaften > Tools.
- Klicke unter „Laufwerk optimieren und defragmentieren“ auf Optimieren.
- Wähle das Laufwerk aus und klicke erneut auf Optimieren.
7. Alternative Software nutzen (Geheimtipp)
Der Windows-interne Kopierdialog ist nicht sehr effizient. Profis nutzen Tools, die Datenpakete besser puffern können:
- TeraCopy: Ersetzt den Windows-Kopierdialog, bietet Verifizierung und pausiert bei Fehlern, statt den ganzen Vorgang abzubrechen.
- FastCopy: Gilt als eines der schnellsten Kopierwerkzeuge für Windows überhaupt.
Zusammenfassung
Wenn es schnell gehen muss: Schreibcache aktivieren (Schritt 4) und die Remotedifferenzialkomprimierung ausschalten (Schritt 2). Diese beiden Maßnahmen bringen in den meisten Fällen den größten Geschwindigkeitsschub unter Windows 10 und 11.