Tutorial: Windows Defender meldet ständig Bedrohungen – So löst du das Problem
Es kann sehr nervig sein, wenn Windows Defender ständig Benachrichtigungen über gefundene Bedrohungen anzeigt, obwohl man sie bereits gelöscht oder in Quarantäne verschoben hat. Oft handelt es sich dabei um einen Fehler im Cache des Defenders oder um hartnäckige Adware.
Hier ist ein umfassendes Tutorial, um dieses Problem zu lösen.
Wenn der Windows Defender (jetzt Windows Sicherheit) in einer Dauerschleife „Bedrohungen gefunden“ anzeigt, liegt das meist an einem der drei folgenden Gründe:
- Der Schutzverlauf ist korrupt (alte Meldungen werden immer wieder neu angezeigt).
- Eine Bedrohung ist hartnäckig und wird beim Systemstart immer wieder neu erstellt.
- Potenziell unerwünschte Apps (PUA) befinden sich in Cache-Ordnern von Browsern oder im Download-Verzeichnis.
Schritt 1: Den Schutzverlauf (History) löschen
Dies ist die häufigste Ursache. Der Defender „erinnert“ sich an eine alte Bedrohung und meldet sie immer wieder, obwohl die Datei längst weg ist.
- Drücke
Win + R, kopiere den folgenden Pfad hinein und drücke Enter:C:\ProgramData\Microsoft\Windows Defender\Scans\History\Service(Hinweis: Falls du den Ordner „ProgramData“ nicht siehst, aktiviere im Explorer unter „Ansicht“ die „Ausgeblendeten Elemente“). - Lösche den Ordner namens „DetectionHistory“. Keine Sorge, Windows erstellt diesen beim nächsten Scan automatisch neu und sauber.
- Starte deinen PC neu.
Schritt 2: Windows Defender Offline-Überprüfung
Manche Malware nistet sich so tief im System ein, dass sie im laufenden Betrieb nicht gelöscht werden kann.
- Öffne die Windows-Sicherheit (Schild-Icon in der Taskleiste).
- Gehe zu Viren- & Bedrohungsschutz > Scanoptionen.
- Wähle Überprüfung durch Microsoft Defender Offline aus und klicke auf „Jetzt scannen“.
- Dein PC startet neu und scannt das System, bevor Windows geladen wird. Dies dauert ca. 15 Minuten.
Schritt 3: Adware-Check mit Drittanbieter-Tools
Oft meldet der Defender „Bedrohungen“, die eigentlich nur lästige Adware (Werbe-Software) sind. Spezialisierte Tools finden diese oft besser.
- Lade dir den kostenlosen AdwCleaner (von Malwarebytes) herunter.
- Führe einen Scan aus und lösche alle gefundenen Einträge.
- Optional: Nutze die Testversion von Malwarebytes, um einen vollständigen Systemscan zu machen. Dies ergänzt den Defender perfekt.
Schritt 4: Den Browser-Cache leeren
Häufig stammen die Meldungen von infizierten Dateien im Cache deines Browsers (Chrome, Firefox, Edge).
- Öffne deinen Browser.
- Drücke
Strg + Umschalt + Entf. - Wähle „Gesamte Zeit“ und lösche „Bilder und Dateien im Cache“ sowie „Cookies“.
- Prüfe auch deine Browser-Erweiterungen auf Unbekanntes und entferne diese.
Schritt 5: Überprüfung geplanter Aufgaben und Autostart
Wenn die Bedrohung nach jedem Neustart wiederkommt, wird sie wahrscheinlich durch einen automatischen Prozess getriggert.
- Rechtsklick auf die Taskleiste > Task-Manager.
- Gehe zum Tab Autostart und deaktiviere alles, was dir verdächtig vorkommt oder was du nicht kennst.
- Drücke
Win + R, tippetaskschd.mscein und drücke Enter. - Schaue unter „Aufgabenplanungsbibliothek“ nach Einträgen, die seltsame Namen haben (z.B. zufällige Buchstabenfolgen) und lösche diese.
Schritt 6: Potenziell unerwünschte Apps (PUA) blockieren/verwalten
Manchmal ist es keine echte Malware, sondern nur ein Programm, das du eigentlich behalten willst, das der Defender aber nicht mag.
- Gehe in der Windows-Sicherheit zu App- & Browsersteuerung.
- Klicke auf Zuverlässigkeitsbasierter Schutz.
- Überprüfe die Einstellungen für „Potenziell unerwünschte Apps werden blockiert“.
- Wenn du weißt, dass die Datei sicher ist, kannst du sie unter „Viren- & Bedrohungsschutz“ > „Einstellungen verwalten“ > Ausschlüsse hinzufügen.
Zusammenfassung
Wenn die Meldungen nerven, ist meist der Schritt 1 (Löschen der DetectionHistory) die Lösung. Hilft das nicht, ist der Offline-Scan (Schritt 2) das effektivste Mittel gegen hartnäckige Schädlinge.