Tutorial: KPI für ein berechnetes Feld in Power Pivot erstellen
Hier ist ein detailliertes Tutorial, wie du in Power Pivot eine KPI (Key Performance Indicator) basierend auf einem berechneten Feld (Measure) erstellst.
Key Performance Indicators (KPIs) in Power Pivot sind visuelle Hilfsmittel, die dir helfen, den Fortschritt eines Wertes (Ist-Wert) gegenüber einem Zielwert (Soll-Wert) schnell zu erfassen. In Excel werden diese meist durch Ampelsysteme (Rot, Gelb, Grün) dargestellt.
Voraussetzungen
- Deine Daten befinden sich im Power Pivot Datenmodell.
- Du hast bereits ein Measure (berechnetes Feld) erstellt, das als Basiswert dient (z. B. "Umsatz Gesamt").
Schritt 1: Das Basis-Measure erstellen
Bevor du eine KPI erstellen kannst, benötigst du ein Measure. Falls du noch keines hast, erstelle eines direkt im Power Pivot Fenster oder über das Excel-Menü.
Beispiel-Formel für ein Measure:
Umsatz Gesamt := SUM(Verkäufe[Umsatz])
Schritt 2: Den KPI-Dialog öffnen
Es gibt zwei Wege, um den KPI-Dialog zu starten:
Option A (Über das Power Pivot Fenster):
- Gehe zum Reiter Power Pivot > Verwalten.
- Suche im unteren Bereich (Berechnungsbereich) das Measure, das du als KPI definieren möchtest.
- Klicke mit der rechten Maustaste auf das Measure und wähle KPI erstellen.
Option B (Direkt in Excel):
- Gehe zum Reiter Power Pivot > Measures > KPIs verwalten.
- Klicke auf Neu.
Schritt 3: KPI-Einstellungen konfigurieren
Nun öffnet sich das Fenster "Key Performance Indicator (KPI)". Hier triffst du die wichtigsten Einstellungen:
1. KPI-Basiswert
Dies ist das Measure, das du ausgewählt hast (z. B. "Umsatz Gesamt"). Es stellt den aktuellen Ist-Zustand dar.
2. Zielwert definieren
Du hast zwei Möglichkeiten, woran der Ist-Wert gemessen werden soll:
- Measure: Du wählst ein zweites Measure aus, das das Ziel enthält (z. B.
Umsatz Ziel). Dies ist die dynamischere und bessere Methode. - Absoluter Wert: Du gibst eine feste Zahl ein (z. B.
100.000).
3. Statusschwellenwerte festlegen
Hier definierst du die Ampelfarben:
- Verschiebe die Schieberegler auf der Leiste, um festzulegen, ab wann ein Wert Rot (kritisch), Gelb (akzeptabel) oder Grün (gut) ist.
- Beispiel: Unter 80% des Ziels = Rot, zwischen 80% und 100% = Gelb, über 100% = Grün.
4. Symbolart wählen
Wähle aus, welche Icons in der Pivot-Tabelle angezeigt werden sollen (z. B. Kreise, Ampeln, Pfeile oder Häkchen).
Schritt 4: Die KPI in der Pivot-Tabelle anzeigen
Sobald du die KPI erstellt hast, musst du sie in deiner Pivot-Tabelle sichtbar machen:
- Klicke in deine Pivot-Tabelle, um die PivotTable-Felder rechts anzuzeigen.
- Suche dein Measure in der Feldliste. Du erkennst es nun an einem speziellen KPI-Symbol (eine kleine Ampel).
- Erweitere das Measure durch Klicken auf das kleine Dreieck daneben. Du siehst nun drei Optionen:
- Wert: Der tatsächliche Betrag des Measures.
- Ziel: Der definierte Zielwert.
- Status: Hier erscheint das visuelle Symbol (die Ampel).
- Setze das Häkchen bei Status, um die grafische Anzeige in die Tabelle einzufügen.
Tipps für Profis
- KPIs bearbeiten: Wenn du die Schwellenwerte später ändern möchtest, gehe in Excel auf Power Pivot > KPIs verwalten, wähle die KPI aus und klicke auf Bearbeiten.
- Logik umkehren: Bei Kosten-KPIs ist ein niedriger Wert oft "gut" (Grün) und ein hoher Wert "schlecht" (Rot). Du kannst die Farbskala im KPI-Dialog einfach umdrehen, indem du ein entsprechendes Farbschema unter der Schwellenwert-Leiste auswählst.
- Ziele dynamisch halten: Verwende nach Möglichkeit immer ein Measure als Zielwert (z. B. Budget-Daten aus einer anderen Tabelle), damit sich deine KPI automatisch anpasst, wenn du Filter für Jahre oder Regionen setzt.
Zusammenfassung
Eine Power Pivot KPI macht aus trockenen Zahlen sofort erfassbare Business-Signale. Durch die Verknüpfung eines Ist-Measures mit einem Ziel-Measure schaffst du eine dynamische Analyse, die weit über einfache Tabellen hinausgeht.