SQLite mit Power BI verbinden: Verwendung des ODBC-Treibers

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Da Power BI keinen direkten „Native Connector“ für SQLite in der Standardliste hat, erfolgt die Verbindung klassischerweise über einen ODBC-Treiber.

Hier ist ein Schritt-für-Schritt-Tutorial, wie du deine SQLite-Datenbank in Power BI einbindest.


Schritt 1: Den SQLite ODBC-Treiber installieren

Da Windows standardmäßig keinen SQLite-ODBC-Treiber besitzt, musst du diesen zuerst herunterladen.

  1. Gehe auf die Website von Werner Dittmann (der Standard für SQLite ODBC): ch-werner.de/sqliteodbc/.
  2. Lade die passende Version herunter:
    • Für ein 64-Bit Power BI (Standard): sqliteodbc_w64.exe
    • Für ein 32-Bit Power BI: sqliteodbc.exe
    • Tipp: Installiere im Zweifel beide, um Kompatibilitätsprobleme zu vermeiden.
  3. Führe die .exe aus und folge den Installationsanweisungen.

Schritt 2: Eine ODBC-Datenquelle (DSN) einrichten

Damit Power BI weiß, wo deine SQLite-Datei liegt, konfigurieren wir sie in Windows.

  1. Drücke die Windows-Taste und suche nach "ODBC-Datenquellen (64-Bit)". Öffne das Programm.
  2. Gehe zum Reiter System-DSN (gilt für alle Benutzer) oder Benutzer-DSN.
  3. Klicke auf Hinzufügen....
  4. Wähle in der Liste den Treiber SQLite3 ODBC Driver aus und klicke auf Fertigstellen.
  5. Ein Konfigurationsfenster öffnet sich:
    • Data Source Name: Gib einen Namen ein (z.B. MeinSQLiteProjekt).
    • Database Name: Klicke auf Browse und wähle deine .db oder .sqlite Datei aus.
  6. Bestätige alles mit OK.

Schritt 3: Verbindung in Power BI Desktop herstellen

Jetzt verknüpfen wir die vorbereitete Datenquelle mit Power BI.

  1. Öffne Power BI Desktop.
  2. Klicke im Startmenü auf Daten abrufen (Get Data) -> Mehr....
  3. Suche nach ODBC und klicke auf Verbinden.
  4. Wähle im Dropdown-Menü unter „Datenquellenname (DSN)“ den Namen aus, den du in Schritt 2 vergeben hast (z.B. MeinSQLiteProjekt).
  5. Klicke auf OK.
  6. Anmeldeinformationen: Da SQLite eine lokale Datei ist, benötigt sie meist keinen Benutzernamen. Wähle im nächsten Fenster links den Reiter Standard oder Windows aus und klicke auf Verbinden.

Schritt 4: Daten auswählen und laden

  1. Nun öffnet sich der Navigator. Du siehst alle Tabellen, die in deiner SQLite-Datenbank enthalten sind.
  2. Setze ein Häkchen bei den Tabellen, die du importieren möchtest.
  3. Klicke auf Transformieren (empfohlen, um Datentypen zu prüfen) oder direkt auf Laden.

Alternative: Verbindung ohne DSN (über Connection String)

Wenn du keine DSN in den Windows-Einstellungen anlegen möchtest (z.B. weil du den Bericht mit Kollegen teilst), kannst du den Pfad direkt in Power BI angeben:

  1. In Power BI: Daten abrufen -> ODBC.
  2. Wähle unter DSN „Keine“ aus.
  3. Klicke auf Erweiterte Optionen.
  4. Gib unter Verbindungszeichenfolge folgendes ein: driver={SQLite3 ODBC Driver};database=C:\DeinPfad\DeineDatei.db;
  5. Klicke auf OK.

Wichtige Tipps & Fehlerbehebung

  • Dateipfad: Wenn du die SQLite-Datei verschiebst, bricht die Verbindung ab. Nutze am besten einen festen Speicherort.
  • Datentypen: SQLite ist "schwach typisiert" (Daten können in Spalten unterschiedliche Typen haben). Kontrolliere im Power BI Power Query Editor unbedingt, ob Zahlen als Zahlen und Daten als Datum erkannt wurden.
  • Power BI Service (Cloud): Wenn du den Bericht in die Power BI Cloud (Web) hochlädst, benötigst du ein On-premises Data Gateway, auf dem der SQLite-Treiber ebenfalls installiert ist, damit die Daten aktualisiert werden können.
  • Bit-Version: Wenn Power BI eine Fehlermeldung ausgibt ("Architektur-Mismatch"), hast du wahrscheinlich den 32-Bit Treiber installiert, nutzt aber das 64-Bit Power BI. Installiere dann den _w64.exe Treiber.
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