Wie kann man OpenSSL auf einem Windows ARM-System installieren und verwenden?

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  1. Einleitung
  2. Herausforderungen bei der Nutzung von OpenSSL auf Windows ARM
  3. Vorhandene Optionen für OpenSSL auf Windows ARM
  4. OpenSSL selbst für Windows ARM kompilieren
  5. Nutzung von OpenSSL unter Emulation
  6. Zusammenfassung

Einleitung

OpenSSL ist eine weit verbreitete Open-Source-Bibliothek zur Umsetzung von Kryptografie und zur sicheren Kommunikation über Netzwerke. Während es für x86- oder x64-basierte Windows-Systeme häufig vorkompilierte Versionen gibt, stellt sich die Frage, wie OpenSSL auf Windows-Geräten mit ARM-Prozessoren – wie dem neuen Windows on ARM – genutzt werden kann. In diesem Artikel wird erläutert, wie Sie OpenSSL auf einem Windows ARM-System installieren und verwenden können.

Herausforderungen bei der Nutzung von OpenSSL auf Windows ARM

Der Hauptgrund, warum OpenSSL auf Windows ARM nicht so einfach verfügbar ist, liegt in der Architekturunterschiedlichkeit. ARM-Prozessoren nutzen eine andere Befehlssatzarchitektur als herkömmliche Intel- oder AMD-Prozessoren, weshalb die für x86/x64 kompilierten ausführbaren Dateien nicht direkt kompatibel sind. Microsoft bietet zwar eine Übersetzungsschicht (Emulation) für x86/x64, allerdings ist diese nicht immer ausreichend performant oder kompatibel für alle Anwendungen.

Vorhandene Optionen für OpenSSL auf Windows ARM

Eine Möglichkeit besteht darin, vorgefertigte OpenSSL-Binaries zu suchen, die explizit für Windows ARM kompiliert wurden. Diese sind jedoch selten zu finden, da die ARM-Variante von Windows noch relativ neu ist und viele Entwickler ihre Programme noch nicht für diese Plattform angepasst haben. Alternativ kann man versuchen, OpenSSL selbst aus dem Quellcode für ARM zu kompilieren. Dies erfordert eine entsprechende Entwicklungsumgebung sowie die richtigen Toolchains für Windows ARM.

OpenSSL selbst für Windows ARM kompilieren

Um OpenSSL auf einem Windows ARM-System selbst zu kompilieren, benötigt man zunächst eine geeignete Umgebung, wie zum Beispiel die Windows Subsystem for Linux (WSL) Version 2, die auf ARM64-Systemen verfügbar ist. Innerhalb von WSL kann man eine Linux-Distribution installieren und OpenSSL dort direkt kompilieren. Alternativ kann man eine native Cross-Compilation-Toolchain verwenden, wie sie von Microsoft über Visual Studio mit Unterstützung für ARM64 bereitgestellt wird.

Wichtig ist hierbei, die richtige Konfiguration und gegebenenfalls Patches zu verwenden, um OpenSSL erfolgreich zu bauen und auf dem Windows ARM-System auszuführen. Dies kann unter Umständen technische Kenntnisse und Geduld erfordern, da die offiziellen Dokumentationen und Community-Foren derzeit noch stark auf x86/x64 ausgerichtet sind.

Nutzung von OpenSSL unter Emulation

Wenn das eigene Kompilieren zu aufwendig ist, kann OpenSSL unter der x86/x64-Emulation auf Windows ARM verwendet werden. Windows 11 auf ARM unterstützt die Ausführung vieler x64-Anwendungen über eine Emulationsschicht, wenn auch mit Leistungseinbußen. Voraussetzung ist jedoch, dass die OpenSSL-Version als x64-Binary vorliegt. Für viele Standardanwendungen ist dies oft ausreichend, aber wenn maximale Performance oder Kompatibilität erforderlich ist, ist eine native ARM-Version die bessere Wahl.

Zusammenfassung

OpenSSL auf Windows ARM zu verwenden, ist derzeit noch mit Einschränkungen verbunden. Während der direkte Einsatz von vorgefertigten ARM-Binaries selten möglich ist, bieten die Emulation und das eigene Kompilieren praktikable Lösungen. Nutzer sollten je nach Einsatzzweck und technischen Möglichkeiten entscheiden, ob sie mit der Emulation arbeiten oder eine native ARM-kompilierte Version selbst erzeugen möchten. Das Thema wird mit zunehmender Verbreitung von ARM-basierten Windows-Systemen in Zukunft wahrscheinlich an Bedeutung gewinnen, sodass die Unterstützung für OpenSSL auf dieser Plattform weiter verbessert wird.

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