Wie kann ich in RawTherapee Rauschen reduzieren, ohne Details zu verlieren?

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  1. Einführung in die Rauschreduzierung
  2. Schritte zur optimalen Rauschreduzierung
  3. Verwendung der Maskierung und Kantenerhaltung
  4. Weitere Tipps und Workflow-Überlegungen
  5. Fazit

Einführung in die Rauschreduzierung

RawTherapee bietet eine leistungsstarke und zugleich fein steuerbare Rauschreduzierung, die es ermöglicht, Störungen im Bild zu vermindern und gleichzeitig feine Strukturen und Details zu bewahren. Beim Umgang mit Rauschen, besonders bei höheren ISO-Werten oder schwachem Licht, ist es wichtig, die Balance zwischen dem Glätten unerwünschter Körnigkeit und dem Erhalt der Bildschärfe zu finden.

Schritte zur optimalen Rauschreduzierung

Als erstes solltest du das Modul Rauschminderung in RawTherapee aufrufen. Hier gibt es zwei Hauptarten der Rauschreduzierung: die Luminanz- und die Chrominanz-Rauschminderung. Die Luminanz-Rauschreduzierung zielt darauf ab, das Helligkeitsrauschen zu glätten, ohne die Texturen zu sehr zu verwaschen. Die Chrominanz-Rauschreduzierung wirkt auf Farbfehler wie Farbsprünge oder bunte Punkte, an denen oftmals das Auge stärker stört. Um Details bestmöglich zu erhalten, empfiehlt es sich, die Luminanz-Rauschreduzierung moderat einzusetzen, da ein zu hoher Wert schon zu einem Verlust von feinen Strukturen führen kann.

Die Chrominanz-Rauschreduzierung hingegen darf oft etwas stärker angewendet werden, da Farbfehler meist weniger Einfluss auf die Feinheiten von Konturen und Mustern haben. Beginne mit niedrigen Werten und erhöhe sie schrittweise, während du in der 100%-Zoomansicht die Auswirkungen prüfst.

Verwendung der Maskierung und Kantenerhaltung

Ein entscheidendes Werkzeugelement bei der Rauschreduzierung in RawTherapee ist die Einstellung der Kantenerhaltung (englisch Edge Detection oder Detail Recovery). Diese Funktion sorgt dafür, dass der Rauschfilter die Konturen und strukturierten Bereiche des Bildes schont und sich stärker auf die flächigen, gleichmäßigen Bereiche konzentriert, wo das Rauschen am auffälligsten ist. Um diese Einstellung optimal zu nutzen, kannst du den Schieberegler für die Kantenerhaltung vorsichtig erhöhen, bis die Bilddetails erhalten bleiben, der Rauschanteil aber sichtbar reduziert wird.

Es lohnt sich außerdem, das Bild mit der Gegenüberstellung (Vorher/Nachher Vergleich) zu betrachten, um sicherzugehen, dass feine Strukturen wie Haare, Blätter oder Texturen in Wandoberflächen nicht zu stark verwischt werden.

Weitere Tipps und Workflow-Überlegungen

Zusätzlich zur reinen Rauschreduzierung kannst du in RawTherapee auch nach der Entrauschung gezielt mit den Schärfereglern arbeiten, um Details, die beim Glätten verloren gehen könnten, teilweise wieder hervorzuheben. Allerdings sollte man hier vorsichtig sein, da zu starkes Nachschärfen auch wieder Rauschen verstärken kann.

Ein guter Workflow ist es, die Rauschreduzierung vor dem Schärfen durchzuführen. Außerdem ist es empfehlenswert, bei der Betrachtung des Bildes einen Bildschirm mit einer realistischen Farbdarstellung und ausreichend hoher Auflösung zu verwenden, um die Wirkung der Einstellungen genau beurteilen zu können.

Fazit

In RawTherapee gelingt eine Rauschreduzierung mit Erhalt der Details vor allem durch eine vorsichtige Kombination aus Luminanz- und Chrominanz-Rauschminderung, der Nutzung der Kantenerhaltung zum Schutz der Bildstruktur sowie einem achtsamen Workflow, bei dem Optimierungen langsam und unter stetiger Kontrolle erfolgen. So kannst du das Bildrauschen deutlich mindern, ohne dass dein Foto an Schärfe oder Lebendigkeit verliert.

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