Wie kann ich in LMMS einen externen Synthesizer steuern?

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  1. Einleitung
  2. Vorbereitungen und Anschluss
  3. Konfiguration in LMMS
  4. Sequenzierung und Steuerung
  5. Zusätzliche Hinweise
  6. Fazit

Einleitung

LMMS (Linux MultiMedia Studio) ist eine leistungsfähige Open-Source-DAW, die in erster Linie für das Erstellen und Produzieren von Musik mit internen Plugins und Samples konzipiert wurde. Dennoch bietet LMMS auch Möglichkeiten, externe Hardware-Synthesizer anzusteuern. Durch die Steuerung eines externen Synthesizers über MIDI können Sie die klanglichen Vorteile Ihrer Hardware mit der Produktionsumgebung von LMMS kombinieren.

Vorbereitungen und Anschluss

Um einen externen Synthesizer mit LMMS zu steuern, benötigen Sie zunächst eine MIDI-Verbindung zwischen Ihrem Computer und dem Synthesizer. Falls Ihr Synthesizer über einen klassischen 5-Pol-MIDI-Ausgang verfügt, benötigen Sie einen MIDI-Interface, der die MIDI-Signale für den PC bereitstellt. Moderne Geräte unterstützen oftmals auch USB-MIDI, wodurch Sie den Synthesizer direkt per USB-Kabel anschließen können.

Stellen Sie sicher, dass der Synthesizer eingeschaltet ist und korrekt auf den empfangenen MIDI-Kanal eingestellt ist. Häufig bieten Synthesizer die Möglichkeit, frei einen MIDI-Kanal zu wählen – dieser Kanal sollte mit dem in LMMS übereinstimmen.

Konfiguration in LMMS

Starten Sie LMMS und öffnen Sie Ihr Projekt oder erstellen Sie ein neues. Im linken Bereich der Benutzeroberfläche finden Sie den Bereich für Instrumente und Plugins. Um den externen Synthesizer anzusprechen, fügen Sie ein Instrument namens "External MIDI In" hinzu. Dieses Instrument dient dazu, MIDI-Daten an externe Geräte zu senden.

Nachdem Sie External MIDI In hinzugefügt haben, müssen Sie es konfigurieren. Klicken Sie auf das Instrument, um die Einstellungen zu öffnen. Dort können Sie den MIDI-Ausgang auswählen, der zu Ihrem angeschlossenen Synthesizer führt. Es kann mehrere MIDI-Devices geben, wählen Sie also das richtige Interface oder die richtige USB-Verbindung.

Zusätzlich wählen Sie den MIDI-Kanal, der mit dem Synthesizer übereinstimmt. Falls Sie mehrere Hardware-Module steuern möchten, können Sie verschiedene External MIDI In-Instanzen verwenden, jeweils auf andere Kanäle eingestellt.

Sequenzierung und Steuerung

Nachdem das externe MIDI-Instrument eingerichtet ist, können Sie in der Song- oder Beat-Sequenz die Noten für den Synthesizer eingeben. Nutzen Sie dazu den Piano-Roll-Editor von LMMS, um Melodien, Akkorde oder Automationen zu programmieren. Die MIDI-Daten werden dann vom Computer an den Synthesizer gesendet, der darauf die entsprechenden Klänge erzeugt.

Für noch mehr Ausdrucksmöglichkeiten können Sie in LMMS auch MIDI-Control-Change-Events oder Bank-/Programmwechsel senden, sofern Ihr Synthesizer dies unterstützt. Dadurch lassen sich etwa Klangpatches ändern oder Parameter in Echtzeit steuern.

Zusätzliche Hinweise

Beachten Sie, dass LMMS in der MIDI-Implementierung weniger umfangreich sein kann als kommerzielle DAWs. Je nach verwendeter LMMS-Version und Betriebssystem kann die Einrichtung von MIDI-Geräten variieren. Unter Windows und Linux wird häufig ALSA oder PortMidi verwendet, unter macOS CoreMIDI. Stellen Sie vor Nutzung sicher, dass Ihr MIDI-Treiber und das Interface korrekt installiert und erkannt werden.

Außerdem sollten Sie die Latenzzeiten im Auge behalten, da die Wiedergabe verzögert sein kann, wenn MIDI-Daten über USB oder MIDI-Interfaces übertragen werden. Mit entsprechenden Audio- und MIDI-Puffer-Einstellungen in LMMS lässt sich hier oft eine akzeptable Performance erzielen.

Fazit

Zusammengefasst können Sie in LMMS externe Synthesizer steuern, indem Sie sie per MIDI mit dem Computer verbinden, im Programm das Instrument External MIDI In nutzen, dort den richtigen Ausgang und Kanal wählen und anschließend Noten oder MIDI-Events sequenzieren. So profitieren Sie von den klanglichen Eigenheiten der Hardware, behalten aber die Flexibilität digitaler Musikproduktion in LMMS.

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