Wie kann ich die Komprimierungseinstellungen von Zstandard anpassen, um besten Kompromiss zwischen Geschwindigkeit und Kompressionsrate zu erzielen?

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  1. Einführung in Zstandard und dessen Komprimierungseinstellungen
  2. Kompressionslevel als Hauptsteuerung
  3. Feinjustierung der Dictionary-Größe und Fenstergröße
  4. Threading und parallele Verarbeitung
  5. Beispielhafte Kompressionsbefehle und praktische Empfehlungen
  6. Fazit

Einführung in Zstandard und dessen Komprimierungseinstellungen

Zstandard (kurz: zstd) ist ein moderner Kompressionsalgorithmus, der darauf ausgelegt ist, eine sehr gute Balance zwischen Kompressionsrate und Geschwindigkeit zu bieten. Anders als klassische Algorithmen wie gzip oder bzip2 zeichnet sich Zstandard dadurch aus, dass die Kompressionsstufe flexibel eingestellt werden kann – von extrem schnellen bis hin zu sehr hohen Kompressionsraten. Die Wahl der richtigen Einstellungen ist entscheidend, um den optimalen Kompromiss zwischen Geschwindigkeit und Kompressionsrate zu finden.

Kompressionslevel als Hauptsteuerung

Das wichtigste Steuerungselement bei Zstandard ist das Kompressionslevel, das typischerweise als ganze Zahl zwischen 1 und 22 angegeben wird. Niedrige Werte wie -1 oder 1 stehen für hohe Geschwindigkeit mit geringerer Kompression, während höhere Werte wie 19 bis 22 für maximale Kompressionsraten auf Kosten der Geschwindigkeit sorgen. Ein Wert um 3 bis 7 stellt häufig einen guten Kompromiss für viele Anwendungen dar, die keine extrem hohen Kompressionsraten benötigen, aber dennoch effizient komprimieren möchten.

Feinjustierung der Dictionary-Größe und Fenstergröße

Neben dem Kompressionslevel ist es möglich, weitere Parameter zu setzen, um das Verhalten von Zstandard anzupassen. Die Fenstergröße (auch als windowLog bezeichnet) bestimmt, wie viele Daten beim Komprimieren als Kontext genutzt werden können. Größere Fenster erlauben bessere Wiedererkennung von Mustern und damit in der Regel bessere Kompression, benötigen aber mehr Arbeitsspeicher und können die Geschwindigkeit reduzieren. Die Dictionary-Größe kann speziell bei der kompression von vielen kleinen Dateien oder ähnlichen Daten die Effizienz steigern. Durch selbst erstellte Dictionaries kann die Kompression deutlich verbessert werden, wobei der Aufwand für das Erstellen und Verwalten der Dictionaries besteht.

Threading und parallele Verarbeitung

Wenn es um Geschwindigkeit geht, kann Zstandard durch den Einsatz von mehreren Threads profitieren. Die Standardbibliothek erlaubt es, Kompression mehrerer Datenblöcke parallel durchzuführen, was besonders bei großen Dateien die Verarbeitungszeit spürbar verkürzt. Dies hat jedoch in der Regel keinen Einfluss auf die Kompressionsrate selbst, sondern nur auf die Geschwindigkeit. Die Anzahl der Threads kann beispielsweise in der Kommandozeile mit --threads angegeben werden.

Beispielhafte Kompressionsbefehle und praktische Empfehlungen

Ein typischer Befehl für eine ausgewogene Kompression könnte aussehen wie:

zstd -7 --threads=4 datei.txt

Hierbei steht -7 für ein mittleres Kompressionslevel und --threads=4 aktiviert die parallele Verarbeitung mit vier CPU-Kernen.

Wenn der Speicherverbrauch begrenzt ist oder maximale Geschwindigkeit gefordert wird, kann ein niedrigeres Level wie -1 oder -2 verwendet werden. Für maximale Kompression auf Kosten von Geschwindigkeit sind Werte > 15 sinnvoll, wobei hier teils auch zusätzliche Parameter wie -B für größere Blockgrößen genutzt werden können.

Fazit

Die beste Kombination aus Geschwindigkeit und Kompressionsrate mit Zstandard hängt maßgeblich von der Verwendungssituation ab. Für viele Anwendungsfälle gelten die mittleren Kompressionslevel (etwa 3 bis 7) als optimaler Ausgangspunkt. Die Anpassung von Threads kann die Verarbeitungsgeschwindigkeit deutlich verbessern, während man mit parametrierbaren Fenstergrößen und Dictionaries feinere Anpassungen vornehmen kann, um die Kompression weiter zu optimieren. Es empfiehlt sich, verschiedene Einstellungen auf den eigenen Daten zu testen, um den besten Kompromiss zu ermitteln.

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