Welche Einstellungen sollte man bei CrystalDiskMark für NVMe-Laufwerke verwenden?
- Die Auswahl des Testprofils
- Der Testmodus: Sequenziell vs. Zufällig
- Blockgrößen und ihre Bedeutung
- Die Anzahl der Testdurchläufe und Pausen
- Fazit zu den CrystalDiskMark Einstellungen für NVMe
CrystalDiskMark ist ein beliebtes Benchmark-Tool, das oft genutzt wird, um die Leistung von Speichermedien wie SSDs, insbesondere NVMe-SSDs, zu testen. Die richtigen Einstellungen zu wählen ist entscheidend, um realistische und aussagekräftige Ergebnisse bezüglich der Geschwindigkeit und Performance des Laufwerks zu erhalten. Im Folgenden werden die wichtigsten Einstellungen bei CrystalDiskMark erläutert und auf ihre Bedeutung im Kontext von NVMe-Laufwerken eingegangen.
Die Auswahl des Testprofils
Bei CrystalDiskMark kann man verschiedene Profile für den Test auswählen, die sich in der Größe der zu testenden Datenmenge und der Anzahl der Testdurchläufe unterscheiden. Für NVMe-Laufwerke empfiehlt es sich, eine ausreichend große Testdatei zu wählen, um die Geschwindigkeit des Laufwerks im echten Einsatz abzubilden. Kleine Testdateien von 1 GB oder darunter können vor allem bei sehr schnellen NVMe-SSDs zu unrealistisch hohen Ergebnissen führen, da der Cache des Laufwerks die Messung verfälscht. Oft sind Größen von 4 GB oder 8 GB sinnvoll, um einen stabileren Wert zu erhalten, der die eigentliche Performance besser reflektiert.
Der Testmodus: Sequenziell vs. Zufällig
CrystalDiskMark ermöglicht es, zwischen sequenziellen und zufälligen Lese- und Schreibtests zu wählen. NVMe-SSDs sind besonders stark im sequenziellen Lesen und Schreiben großer Datenblöcke, zeigen aber auch bei zufälligen Zugriffen eine gute Leistung. Das Programm bietet unterschiedliche Queue-Tiefen (Queue Depth) und Thread-Anzahlen, welche die parallele Verarbeitung mehrerer Anfragen simulieren. Für realistische Alltagswerte bei NVMe-SSDs ist es wichtig, die Queue-Tiefe auf Werte wie 32 oder höher zu setzen, da diese Laufwerke durch ihren schnellen Controller und die parallele Verarbeitung viele Anfragen gleichzeitig bearbeiten können. Standardwerte wie eine Queue-Tiefe von 1 oder 2 sind eher für herkömmliche SATA-SSDs oder HDDs vorgesehen.
Blockgrößen und ihre Bedeutung
Die Blockgröße ist ein weiterer entscheidender Parameter bei den CrystalDiskMark-Einstellungen. Große Blockgrößen, zum Beispiel 1 MB (1024 KB), werden verwendet, um die sequenzielle Leistung zu messen, da hier große Datenmengen am Stück gelesen oder geschrieben werden. Bei zufälligen Zugriffen sind kleinere Blockgrößen (4 KB oder 4K QD32) üblich, um die Performance bei kleinen, verstreuten Datenblöcken zu erfassen, was typische Arbeitslasten wie Betriebssystemzugriffe oder Programmstarts besser simuliert. Gerade bei NVMe-SSDs sind diese kleinen Blockgrößen mit hoher Queue-Tiefe entscheidend für die Bewertung der realen Leistung im Betrieb.
Die Anzahl der Testdurchläufe und Pausen
CrystalDiskMark führt standardmäßig mehrere Durchläufe durch, um Durchschnittswerte zu ermitteln. Bei NVMe-SSDs, die durch aggressive Schreibcache-Strategien und thermisches Throttling ihre Leistung verändern können, kann es sinnvoll sein, etwas mehr Durchläufe zu wählen oder zwischen den Durchläufen Pausen einzulegen. Auf diese Weise wird verhindert, dass das Laufwerk durch Überhitzung oder Cache-Effekte verfälschte Ergebnisse produziert. Wer möglichst realistische Werte erhalten möchte, sollte die eigene Kühlung und den Temperaturverlauf des Laufwerks ebenfalls im Blick behalten.
Fazit zu den CrystalDiskMark Einstellungen für NVMe
Um die Leistungsfähigkeit eines NVMe-Laufwerks mit CrystalDiskMark verlässlich zu messen, sollte die Testdateigröße ausreichend groß sein, typischerweise 4 bis 8 GB oder mehr. Die Queue-Tiefe sollte hoch angesetzt werden (etwa QD32), um die parallele Verarbeitung des Controllers auszunutzen, und es sollte sowohl sequenzielle als auch zufällige Tests mit passenden Blockgrößen durchgeführt werden. Die Anzahl der Durchläufe kann angepasst und Pausen zwischen den Tests eingeplant werden, um thermische Einflüsse zu minimieren. Nur so lassen sich realistische und vergleichbare Ergebnisse erzielen, die die Stärken und Schwächen eines NVMe-SSDs wirklich abbilden.
