Warum zeigt TreeSize Free unterschiedliche Ergebnisse im Vergleich zur Windows Datenträgerverwaltung?
- Einleitung
- Unterschiedliche Arbeitsweisen von TreeSize Free und der Windows Datenträgerverwaltung
- Auswirkungen von versteckten, gesperrten oder Systemdateien
- Berücksichtigung von Clustergröße und Dateisystem-overhead
- Auswirkungen von Schattenkopien und Speicherreservierungen
- Fazit
Einleitung
TreeSize Free und die Windows Datenträgerverwaltung sind zwei verschiedene Tools zur Analyse und Verwaltung von Speichermedien unter Windows. Obwohl beide dazu dienen, Informationen über den belegten und freien Speicherplatz zu liefern, können die angezeigten Werte unterschiedlich ausfallen. Dies kann für Nutzer verwirrend sein, insbesondere wenn es darum geht, den verfügbaren und belegten Speicherplatz genau zu bestimmen. Die Ursachen für diese Abweichungen liegen in den unterschiedlichen Methoden und Zielsetzungen der beiden Programme sowie in der Art und Weise, wie sie mit dem Dateisystem und der Speicherverwaltung umgehen.
Unterschiedliche Arbeitsweisen von TreeSize Free und der Windows Datenträgerverwaltung
TreeSize Free ist hauptsächlich ein Analysewerkzeug, das auf der Ebene der Dateisysteminformationen arbeitet. Es versucht, den belegten Speicherplatz durch das Auslesen und Summieren der Dateigrößen und Ordnerinhalte zu erfassen. Dabei greift es direkt auf die vom Betriebssystem zur Verfügung gestellten Dateiinformationen zu und berücksichtigt vor allem sichtbare und zugängliche Dateien für den Benutzer. Die Windows Datenträgerverwaltung hingegen arbeitet auf einer niedrigeren Ebene und zeigt primär die partitionierte und physikalisch vorhandene Speicherkapazität sowie die darin reservierten bzw. verwendeten Abschnitte an. Sie basiert nicht auf den Dateien, sondern auf der physischen und logischen Aufteilung des Speichermediums.
Auswirkungen von versteckten, gesperrten oder Systemdateien
Ein wesentlicher Grund für unterschiedliche Ergebnisse liegt in der Behandlung von Systemdateien, versteckten Dateien oder solchen, die vom Betriebssystem gesperrt sind. TreeSize Free kann standardmäßig nicht auf alle Dateien zugreifen, insbesondere wenn diese spezielle Berechtigungen besitzen oder gerade vom System verwendet werden. Das bedeutet, der von TreeSize ermittelte belegte Speicherplatz könnte geringer erscheinen, als er tatsächlich ist. Die Windows Datenträgerverwaltung berücksichtigt hingegen den belegten Speicher auf Partitionsebene und erfasst auch reservierte Bereiche wie den Systemreserved Partition, den Schattenkopie-Speicher oder Metadaten, die für den normalen Benutzer nicht sichtbar sind.
Berücksichtigung von Clustergröße und Dateisystem-overhead
Eine weitere Ursache für Diskrepanzen ist die unterschiedliche Berücksichtigung des Dateisystem-Overheads und der Clustergröße. Dateisysteme speichern Dateien in Einheiten namens Clustern, deren Größe variieren kann. Selbst wenn eine Datei kleiner als ein Cluster ist, belegt sie dennoch den gesamten Cluster. TreeSize Free summiert meist die Dateigrößen, berücksichtigt jedoch nicht immer den tatsächlich belegten Platz durch die Clusterstruktur. Die Windows Datenträgerverwaltung zeigt hingegen die tatsächliche Nutzung auf der physischen Ebene, inklusive Überkopf durch das Dateisystem und Fragmentierung. Dadurch kann der angezeigte belegte Speicherplatz bei der Datenträgerverwaltung größer sein als bei TreeSize Free.
Auswirkungen von Schattenkopien und Speicherreservierungen
Zudem gibt es auf modernen Windows-Systemen Funktionen wie Schattenkopien (Volume Shadow Copy) und Speicherreservierungen für Systemwiederherstellungspunkte, die Speicherplatz beanspruchen, ohne dass dieser durch sichtbare Dateien dargestellt wird. TreeSize Free kann diese Reservierungen oft nicht erkennen, da sie nicht als normale Dateien im Dateisystem erscheinen. Die Datenträgerverwaltung hingegen berücksichtigt diese Systemfunktionen, was zu einer Differenz zwischen den angezeigten Werten führt.
Fazit
Zusammenfassend entstehen die unterschiedlichen Ergebnisse von TreeSize Free und der Windows Datenträgerverwaltung durch den unterschiedlichen Fokus und die Arbeitsweise der Programme. TreeSize Free zeigt den belegten Speicher basierend auf sichtbaren und zugänglichen Dateien an, während die Windows Datenträgerverwaltung den belegten Speicher auf der Partitionsebene inklusive Systemreservierungen, Dateisystemoverhead und unsichtbaren Systemdateien darstellt. Beide Werte sind korrekt in ihrem Kontext, sprechen aber unterschiedliche Aspekte der Speicherplatzbelegung an.
