Warum lassen sich Schriftarten in Affinity Publisher nicht korrekt einbetten?
- Einleitung: Die Herausforderung beim Einbetten von Schriftarten
- Technische Gründe für Probleme beim Schriftarten-Einbetten in Affinity Publisher
- Lizenzrechtliche Aspekte und ihre Auswirkungen
- Praktische Faktoren und mögliche Fehlerquellen
- Fazit und Empfehlungen
Einleitung: Die Herausforderung beim Einbetten von Schriftarten
Affinity Publisher ist ein modernes Layout- und Desktop-Publishing-Programm, das eine Vielzahl fortschrittlicher Funktionen bietet. Dennoch berichten viele Nutzer, dass sich Schriftarten beim Exportieren von Dokumenten, insbesondere im PDF-Format, nicht immer korrekt einbetten lassen. Dies kann zu Problemen bei der Darstellung oder beim Drucken führen, da das Zielgerät oder der Drucker die Schriftart möglicherweise nicht kennt. Um die Ursachen besser zu verstehen, ist es wichtig, sich sowohl die technischen als auch die lizenzrechtlichen Hintergründe anzusehen.
Technische Gründe für Probleme beim Schriftarten-Einbetten in Affinity Publisher
Einer der zentralen technischen Gründe, weshalb Schriftarten in Affinity Publisher nicht korrekt eingebettet werden, liegt häufig in der Art und Weise, wie das Programm die Schriftdateien verarbeitet. Schriftarten kommen in unterschiedlichen Formaten wie TrueType (TTF), OpenType (OTF) oder manchmal auch in PostScript-Varianten vor. Nicht alle dieser Formate unterstützen das Einbetten in PDFs uneingeschränkt oder werden von Affinity Publisher in allen Fällen vollständig unterstützt.
Darüber hinaus kann es zu Problemen kommen, wenn die Schriftart bestimmte sogenannte Embedding-Flags besitzt. Diese Flags sind in der Schriftdatei hinterlegt und regeln, ob und wie die betreffende Schriftart in Dokumente eingebettet werden darf. Wenn eine Schriftart den Einbettungsmodus Nur Vorschau/Drukkerlaubnis oder sogar Nicht einbettbar angibt, verhindert Affinity Publisher aus Sicherheitsgründen das Einbetten oder bettet nur eingeschränkte Daten ein, sodass das Ergebnis unvollständig erscheint.
Lizenzrechtliche Aspekte und ihre Auswirkungen
Ein oft unterschätzter Aspekt sind die Lizenzbestimmungen der Schriftarten. Viele kommerzielle Schriftarten sind lizenzrechtlich so geschützt, dass das vollständige Einbetten in Dateien technisch oder rechtlich eingeschränkt wird. Affinity Publisher respektiert diese Einschränkungen und versucht nicht, sie zu umgehen. Daher kann es passieren, dass sogar bei technisch einbettbaren Schriftarten beim Exportieren nur Teile der Schrift oder gar keine Schrift in die PDF-Datei aufgenommen werden.
Insbesondere bei Schriften, die aus Online-Shops oder von Anbietern mit eingeschränkten Endbenutzer-Lizenzverträgen (EULAs) stammen, ist zu beobachten, dass das Einbetten nicht funktioniert oder der Export entsprechende Warnungen auslöst. In solchen Fällen kann es nötig sein, entweder eine Lizenz zu erwerben, die Einbettung erlaubt, oder alternative, frei einbettbare Schriftarten zu verwenden.
Praktische Faktoren und mögliche Fehlerquellen
Neben den formalen und technischen Ursachen finden sich in der Praxis auch Nutzerfehler oder Probleme durch falsche Export-Einstellungen. Affinity Publisher bietet beim PDF-Export verschiedene Optionen, die das Einbetten von Schriftarten steuern. Wird die Einbettung deaktiviert oder sind die Einstellungen nicht auf einen druckfähigen Standard wie PDF/X abgestimmt, kann dies zu fehlenden oder fehlerhaften Schriftarten im Enddokument führen.
Ein weiterer Fehlerquellenpunkt ist der Workflow mit mehreren Programmen. Wird beispielsweise eine Schriftart in Affinity Publisher auf einem System verwendet, auf dem die Schrift lokal installiert ist, aber die Exportfunktion oder der PDF-Viewer eine andere Umgebung simuliert, kann es zu Rendering-Problemen kommen. Auch veraltete Programmversionen oder Bugs in Affinity Publisher sind nicht ausgeschlossen und können das Einbetten beeinträchtigen.
Fazit und Empfehlungen
Das korrekte Einbetten von Schriftarten in Affinity Publisher ist ein Zusammenspiel aus technischen Fähigkeiten des Programms, den Eigenschaften der verwendeten Schriftarten und deren Lizenzbedingungen sowie den richtigen Einstellungen beim Export. Um Probleme zu vermeiden, sollten Nutzer sicherstellen, dass sie Schriftarten verwenden, die das Einbetten erlauben, und die PDF-Exportoptionen sorgfältig prüfen. Im Zweifel helfen Tests mit unterschiedlichen Einstellungen oder der Einsatz von freien Schriftarten, die keine Einbettungsbeschränkungen besitzen. Zudem empfiehlt es sich, die neuste Version von Affinity Publisher zu verwenden, da Softwareupdates häufig Verbesserungen im Bereich PDF-Export mit sich bringen.
