Gibt es eine Open-Source-Version der "Everything App"?

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  1. Was versteht man unter einer "Everything App"?
  2. Open Source und Multifunktionale Apps
  3. Existieren vollständig offene "Everything Apps"?
  4. Nextcloud als Beispiel für eine Open-Source Everything App”
  5. Fazit

Die Bezeichnung "Everything App" wird häufig genutzt, um eine Anwendung zu beschreiben, die möglichst viele Funktionen und Dienste aus einer Hand zur Verfügung stellt. Der Begriff ist nicht an eine spezifische Software gebunden, sondern steht eher für einen umfassenden Ansatz, verschiedene Bedürfnisse innerhalb einer einzigen Plattform abzudecken. Im Zusammenhang mit Open-Source stellt sich die Frage, ob solche vielseitigen Apps frei verfügbar und quelloffen sind.

Was versteht man unter einer "Everything App"?

Eine "Everything App" ist eine Software, welche verschiedene Funktionen bündelt: Messaging, soziale Netzwerke, Bezahldienste, Einkaufsfunktionalitäten, Kalender, Notizen und weitere digitale Dienstleistungen. Ziel ist es, den Nutzer so wenig wie möglich zwischen verschiedenen Apps wechseln zu lassen, um den Alltag zu vereinfachen. Bekannte kommerzielle Beispiele sind WeChat oder Super Apps in Asien, die jedoch meist proprietär sind und keinen offenen Quellcode besitzen.

Open Source und Multifunktionale Apps

Open-Source-Software zeichnet sich dadurch aus, dass der Quellcode frei zugänglich, veränderbar und verbreitbar ist. Für multifunktionale Apps gibt es unterschiedliche Ansätze, die entweder einzelne Module zusammenführen oder eine modulare Architektur verfolgen, bei der verschiedene Dienste als Plugins oder Add-ons erweitert werden können. Viele Open-Source-Projekte konzentrieren sich jedoch auf einzelne Bereiche wie Messenger (z.B. Signal, Matrix), Kalender (z.B. Nextcloud Calendar) oder Dateiverwaltung (z.B. Nextcloud Files).

Existieren vollständig offene "Everything Apps"?

Bis heute gibt es kein bekanntes Open-Source-Projekt, das alle Funktionen einer kommerziellen "Everything App" in vollem Umfang in einer einzigen Anwendung vereint. Das liegt auch daran, dass viele Dienste und Funktionen, die in solchen Apps integriert sind, auf eigene Backend-Infrastrukturen angewiesen sind, die komplex sind und nicht nur aus der App selbst bestehen. Jedoch gibt es Open-Source-Plattformen wie Nextcloud, die durch ihre modulare Architektur viele Dienste unter einem Dach anbieten und so näher an das Konzept einer "Everything App" herankommen.

Nextcloud als Beispiel für eine Open-Source Everything App”

Nextcloud ist eine Open-Source-Plattform, die ursprünglich als Cloud-Speicherlösung begann, inzwischen aber eine Vielzahl von Funktionen bietet. Dazu zählen Kalender, Kontakte, E-Mail-Integration, Chat (mit Nextcloud Talk), Dokumentenbearbeitung, Aufgabenverwaltung und vieles mehr. Da Nextcloud modular aufgebaut und gut erweiterbar ist, kann sie individuell an Bedürfnisse angepasst werden und fungiert somit als eine Art Everything App” im Open-Source-Bereich.

Fazit

Eine klassische Everything App” im Sinne einer einzigen, einheitlichen Open-Source-Anwendung, die sämtliche Funktionen eines kommerziellen Pendants abdeckt, existiert derzeit nicht. Doch durch modulare Systeme wie Nextcloud können Nutzer viele Dienste aus einer Hand nutzen, wobei der Quellcode offen und frei zugänglich bleibt. Das Konzept von Everything Apps” findet im Open-Source-Bereich also eher auf Plattform- oder Ökosystem-Ebene statt als in einer einzigen App.

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