Zu welchen speziellen Feiertagen oder Anlässen werden besonders viele Berliner gegessen?
Berliner (auch Krapfen, Pfannkuchen oder Kräppel genannt) sind das klassische Saisongebäck, das zwar das ganze Jahr über verkauft wird, aber zu bestimmten Anlässen einen massiven Absatzboom erlebt.
Hier sind die wichtigsten Termine:
1. Silvester und Neujahr
Silvester ist der absolute Höhepunkt für den Berliner-Verzehr. Es ist Tradition, die süßen Teilchen am Silvesterabend oder kurz nach Mitternacht zu essen.
- Der Senf-Scherz: Ein weit verbreiteter Brauch ist es, unter eine Platte voller Pflaumenmus- oder Erdbeerkonfitüre-Berliner einen einzigen zu mischen, der mit scharfem Senf (oder manchmal Zwiebeln) gefüllt ist. Wer diesen erwischt, hat angeblich im nächsten Jahr besonders viel Glück (oder ist einfach der Pechvogel des Abends).
2. Karneval / Fasching / Fastnacht
Die Zeit zwischen der Weiberfastnacht und dem Faschingsdienstag ist die zweite große Hochphase.
- Hintergrund: Früher war die Fastenzeit vor Ostern sehr streng. Um die Vorräte an Fett und Zucker aufzubrauchen und sich für die karge Zeit zu stärken, wurden Schmalzgebäcke wie Berliner in großen Mengen hergestellt.
- Regionale Vielfalt: Während dieser Zeit gibt es oft die ausgefallensten Füllungen (Eierlikör, Schokolade, Vanille, Champagner oder sogar herzhafte Varianten).
3. Kirmes und Jahrmärkte
Auf Volksfesten, Send, Dom oder der Wiesn gehören frisch gebackene Berliner (oft noch warm) zum Standardangebot. Sie werden dort oft als „Prager Krapfen“ oder einfach als „frische Berliner“ verkauft.
Warum eigentlich zu diesen Anlässen?
Historisch gesehen ist der Berliner ein Schmalzgebäck. Da die Herstellung (das Frittieren in heißem Fett) früher aufwendig und die Zutaten (weißes Mehl, Zucker, Fett) teuer waren, blieben sie besonderen Festtagen vorbehalten. Zudem lieferten sie die nötige Energie für die kalte Jahreszeit und die langen Partynächte an Silvester oder im Karneval.
Wissenswertes am Rande: In der Stadt Berlin selbst heißen die Berliner übrigens Pfannkuchen. Wer dort einen „Berliner“ bestellt, wird sofort als Tourist entlarvt. In Bayern und Österreich sagt man Krapfen, in Hessen Kräppel.