Wozu dient die Spirale (Spannut) an einem Bohrer?
Die Spirale an einem Bohrer (fachsprachlich Spannut genannt) erfüllt gleich mehrere lebenswichtige Funktionen für den Bohrprozess. Ohne diese Windungen wäre präzises und effizientes Bohren kaum möglich.
Hier sind die Hauptaufgaben der Spannut:
1. Abtransport der Späne (Hauptaufgabe)
Dies ist die wichtigste Funktion. Während die Schneiden an der Spitze des Bohrers Material abtragen, entstehen Späne. Die Spirale wirkt wie eine Archimedische Schraube: Durch die Drehung des Bohrers werden die Späne automatisch aus dem Bohrloch nach oben transportiert.
- Warum das wichtig ist: Ohne diesen Abtransport würde das Bohrloch sofort verstopfen. Der Bohrer würde festfressen, überhitzen und im schlimmsten Fall abbrechen.
2. Zufuhr von Kühl- und Schmiermitteln
Besonders beim Bohren in Metall entsteht durch Reibung enorme Hitze. Die Spannuten dienen als Kanäle, durch die Kühlflüssigkeit oder Schneidöl direkt nach unten an die Bohrerspitze (den Ort der größten Hitzeentwicklung) gelangen kann. Gleichzeitig hilft die Flüssigkeit dabei, die Späne noch besser auszuspülen.
3. Führung im Bohrloch
Die äußeren Kanten der Spirale werden Führungsfasen genannt. Diese schmalen, hervorstehenden Kanten liegen an der Wand des gebohrten Lochs an.
- Sie sorgen dafür, dass der Bohrer stabil im Loch läuft und nicht hin- und herwandert.
- Sie stellen sicher, dass das Loch rund und maßhaltig bleibt.
4. Bildung des Spanwinkels
Die Form und der Winkel der Spirale bestimmen den sogenannten Spanwinkel an der Hauptschneide. Dieser Winkel ist entscheidend dafür, wie leicht der Bohrer in das Material eindringt.
- Je nach Material (z. B. weiches Aluminium vs. harter Edelstahl) ist die Spirale unterschiedlich steil gewinkelt (man unterscheidet hier Typ N, H und W), um einen optimalen Schnitt zu gewährleisten.
Zusammenfassung
Die Spirale ist also ein Fördersystem, ein Kühlkanal und ein Stabilisator in einem.
Ein kleiner Tipp aus der Praxis: Wenn man sehr tiefe Löcher in Holz oder Metall bohrt, reicht die Spirale manchmal nicht aus, um alle Späne zu fördern. Dann muss man den Bohrer zwischendurch kurz „lüften“ (herausziehen), um die Nut zu leeren.