Warum dringt der Bohrer trotz hoher Drehzahl nicht in die Wand ein?
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Wenn der Bohrer trotz hoher Drehzahl nicht in die Wand eindringt, liegt das meist an einem der folgenden Gründe. Oft ist eine zu hohe Drehzahl sogar kontraproduktiv, da sie Material und Bohrer nur unnötig erhitzt.
Hier sind die häufigsten Ursachen und Lösungen:
1. Die falsche Drehrichtung
Das klingt banal, ist aber die häufigste Ursache (besonders bei Anfängern oder Stress):
- Problem: Der Bohrer läuft im Linkslauf (Rückwärtsgang).
- Lösung: Prüfen Sie den Umschalter an der Bohrmaschine. Der Bohrer muss sich im Uhrzeigersinn drehen.
2. Der falsche Bohrertyp
- Problem: Sie verwenden einen Holz- oder Metallbohrer für eine Stein- oder Betonwand. Diese Bohrer haben keine Hartmetallspitze und glühen in der Wand sofort aus, werden stumpf und dringen nicht ein.
- Lösung: Verwenden Sie einen Steinbohrer oder Betonbohrer (erkennbar an der aufgelöteten "Platte" an der Spitze).
3. Der Bohrer ist stumpf oder ausgeglüht
- Problem: Wenn Sie bereits lange mit hoher Drehzahl "georgelt" haben, wird die Spitze des Bohrers zu heiß. Das Material wird weich (der Bohrer glüht aus) oder die Schneidkanten sind einfach abgenutzt. Ein bläulich verfärbter Bohrer ist meistens Schrott.
- Lösung: Neuen, scharfen Steinbohrer verwenden.
4. Schlagfunktion fehlt oder ist falsch gewählt
- Problem: Bei einer Ziegel- oder Betonwand reicht reine Rotation nicht aus. Das Gestein muss "zertrümmert" werden.
- Lösung:
- Bei einer Schlagbohrmaschine: Schalten Sie das Hammersymbol (Schlagwerk) ein.
- Bei hartem Beton: Eine normale Schlagbohrmaschine stößt hier oft an ihre Grenzen. Hier benötigen Sie einen Bohrhammer (mit SDS-Aufnahme). Dieser arbeitet mit einem pneumatischen Schlagwerk und frisst sich fast von allein in den Beton.
5. Sie haben Metall (Armierung) getroffen
- Problem: In Betonwänden befinden sich oft Stahlmatten (Bewehrungsstahl). Wenn der Steinbohrer auf Stahl trifft, geht es nicht weiter, da ein Steinbohrer Metall nicht schneidet, sondern nur reibt.
- Erkennung: Es kommt feiner, silbriger Metallstaub aus dem Loch.
- Lösung: Entweder daneben neu bohren oder (vorsichtig) auf einen Metallbohrer wechseln, um das Eisen zu durchbohren (dabei Schlag ausschalten!), und danach wieder mit dem Steinbohrer weitermachen.
6. Zu hohe Drehzahl (Überhitzung)
- Problem: Besonders bei harten Materialien ist eine hohe Drehzahl falsch. Der Bohrer rutscht auf der Oberfläche ab, erzeugt nur Reibungswärme, aber keinen Abtrag. Die Spitze "verglast".
- Lösung: Drehzahl senken, Druck erhöhen. Lassen Sie die Maschine die Arbeit machen (besonders beim Bohrhammer).
7. Extrem hartes Gestein (z. B. Kiesel oder Granit)
- Problem: Manchmal trifft man in einer Betonwand auf einen besonders harten Kieselstein.
- Lösung: Hier hilft nur Geduld, ein sehr guter Bohrer und ein Bohrhammer.
Zusammenfassung – Was Sie jetzt tun sollten:
- Prüfen: Läuft die Maschine auf Rechtslauf?
- Prüfen: Ist die Schlagfunktion aktiviert?
- Prüfen: Ist der Bohrer für Stein/Beton geeignet und noch scharf?
- Versuchen Sie es mit weniger Drehzahl und mehr (gleichmäßigem) Druck.
- Wenn es Beton ist und Sie nur eine kleine Schlagbohrmaschine haben: Leihen Sie sich einen Bohrhammer. Das ist ein Unterschied wie Tag und Nacht.
Sicherheitshinweis: Wenn gar nichts mehr geht, prüfen Sie mit einem Ortungsgerät, ob Sie eventuell auf eine Wasser- oder Stromleitung gestoßen sind!