Was kann man tun, wenn die Spreizkrallen des Steckdosen-Einsatzes in der Wand keinen Halt finden?

Melden

Wenn die Spreizkrallen einer Steckdose keinen Halt finden, ist das ein häufiges Problem – besonders in alten Gebäuden, bei bröckeligem Putz oder wenn die Unterputzdose zu tief sitzt.

Wichtiger Sicherheitshinweis vorab: Arbeiten an Elektroinstallationen dürfen nur im spannungsfreien Zustand durchgeführt werden (Sicherung raus!). Im Zweifelsfall immer einen Elektriker rufen.

Hier sind die besten Lösungen, sortiert von „einfach“ bis „professionell“:

1. Die beste Lösung: Geräteschrauben verwenden

Moderne Unterputzdosen haben links und rechts (sowie oben und unten) kleine Schraubdome (Löcher für Schrauben). Anstatt die Krallen zu nutzen, verschraubt man den Metallrahmen der Steckdose direkt mit der Dose.

  • Was man braucht: Spezielle Geräteschrauben (meist 3,2 x 15 mm, 25 mm oder 40 mm lang).
  • Vorteil: Die Steckdose sitzt bombenfest und kann nicht mehr aus der Wand gezogen werden. Das ist heute der Standard bei Neubauten.
  • Tipp: Wenn die Dose tief in der Wand sitzt, nimm längere Schrauben (z.B. 40 mm).

2. Putzausgleichsringe verwenden

Falls die Unterputzdose zu tief in der Wand sitzt (weil z. B. drüber gefliest wurde), greifen die Krallen oft nur in den weichen Putz statt in das Plastik der Dose.

  • Lösung: Ein Putzausgleichsring wird auf die Dose geschraubt, um den Abstand zu überbrücken. Danach kann die Steckdose entweder wieder mit Krallen oder (besser) mit Schrauben befestigt werden.

3. Krallenkrallen-Verlängerungen (Krallenfänger)

Es gibt spezielles Zubehör, das man auf die vorhandenen Krallen aufsteckt, um deren Reichweite zu erhöhen oder den Grip in einer beschädigten Dose zu verbessern. Diese sind jedoch im Baumarkt seltener zu finden als einfache Geräteschrauben.

4. Die „Quick-Fix“-Methoden (wenn keine Schraublöcher vorhanden sind)

In sehr alten Dosen fehlen manchmal die Schraublöcher. Wenn die Krallen dort rutschen:

  • Aufrauen: Manchmal hilft es, die Innenseite der Plastikdose mit grobem Schleifpapier aufzurauen, damit die Metallkrallen mehr Grip haben.
  • Krallen biegen: Man kann die Krallen vor dem Einsetzen vorsichtig mit einer Zange ein Stück weiter nach außen biegen, damit sie von Anfang an mehr Spannung aufbauen.
  • Gips/Spachtelmasse: Wenn die Dose in der Wand wackelt, nützt die beste Kralle nichts. In diesem Fall muss die Dose mit Elektrikergips neu fixiert werden.

5. Hohlwand-Herausforderung (Trockenbau)

Wenn es sich um eine Rigipswand handelt und die Krallen die Plastikdose beschädigen:

  • Verbot von Krallen: In Hohlwanddosen (orange) sollten niemals die Spreizkrallen verwendet werden, da sie die Dose zerstören und die Leitungen beschädigen können. Hier ist die Verschraubung über die Geräteschrauben zwingend vorgeschrieben.

Was du vermeiden solltest:

  • Heißkleber oder Silikon: Das hält beim Rausziehen des Steckers nicht stand und ist bei Elektroinstallationen nicht zulässig (Brandschutz/Wartbarkeit).
  • Holzschrauben direkt in den Putz: Hält meist nur kurz und beschädigt die Wand weiter.

Zusammenfassend: Schau nach, ob deine Dose kleine Schraublöcher hat. Wenn ja, kauf dir eine Packung Geräteschrauben für wenige Euro – das ist die stabilste und sicherste Lösung.