Warum wird der Bohrer während des Arbeitsvorgangs extrem heiß?

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Dass ein Bohrer während des Gebrauchs heiß wird, ist ein physikalischer Vorgang, der hauptsächlich auf drei Ursachen zurückzuführen ist. Hier sind die Gründe im Detail:

1. Reibung (Der Hauptgrund)

Dies ist der wichtigste Faktor. Wenn sich der Bohrer dreht, reibt er mit hoher Geschwindigkeit an den Wandungen des Bohrlochs und am Material selbst.

  • Kinetische Energie wird in Wärme umgewandelt: Die Energie, die die Bohrmaschine aufwendet, um den Bohrer zu drehen, wird durch den Widerstand des Materials teilweise in thermische Energie (Hitze) umgewandelt.
  • Reibung der Spirale: Nicht nur die Spitze reibt, sondern auch die Seitenwände (die Führungsfasen) des Bohrers, während er tiefer in das Material eindringt.

2. Zerspanungsarbeit (Verformungsenergie)

Um Material zu entfernen, muss der Bohrer die Struktur des Werkstoffs (Metall, Holz, Stein) aufbrechen.

  • An der Schneidkante des Bohrers wird das Material plastisch verformt und „abgeschält“. Dieser Prozess des Trennens und Verformens setzt enorme Mengen an Energie frei, die fast vollständig als Hitze spürbar wird.

3. Spanabfuhr und Hitzestau

Normalerweise wird ein Teil der Hitze durch die abgetragenen Späne abgeführt. Wenn jedoch:

  • das Loch sehr tief ist,
  • die Späne nicht schnell genug aus der Spirale transportiert werden,
  • oder man in sehr weichem, klebrigem Material (wie bestimmten Kunststoffen oder Aluminium) bohrt, stauen sich die heißen Späne im Loch. Sie reiben zusätzlich am Bohrer und erhöhen die Temperatur drastisch.

Faktoren, die die Hitzeentwicklung extrem verstärken:

  • Falsche Drehzahl: Wenn der Bohrer zu schnell dreht (besonders bei Metall), „schneidet“ er nicht mehr, sondern „reift“ nur noch auf der Oberfläche. Das erzeugt massive Hitze, ohne dass ein Fortschritt erzielt wird.
  • Stumpfer Bohrer: Ein stumpfer Bohrer schneidet nicht, er drückt und reibt. Das ist die häufigste Ursache für glühende Bohrer.
  • Zu hoher Druck: Wer zu fest drückt, erhöht die Normalkraft und damit direkt die Reibungskraft.
  • Fehlende Kühlung: Bei harten Materialien (Stahl, Edelstahl) kann die Hitze nicht schnell genug in die Umgebung abgegeben werden. Ohne Bohrmilch oder Schneidöl überhitzt der Stahl des Bohrers innerhalb von Sekunden.

Warum ist das gefährlich für den Bohrer?

Wenn ein Bohrer zu heiß wird (er „glüht aus“), verliert der Stahl seine Härte. Ein einmal bläulich verfärbter Stahlbohrer ist meistens weich geworden und wird danach sehr schnell stumpf, da die Schneidkante der Belastung nicht mehr standhält.

Tipp: Wenn Sie merken, dass der Bohrer heiß wird, verringern Sie die Drehzahl, verwenden Sie Schmiermittel (Öl oder Wasser, je nach Material) und ziehen Sie den Bohrer zwischendurch immer wieder ein Stück aus dem Loch heraus, um die Späne zu entfernen („Lüften“).