Worauf sollte man beim Kauf von Nahrungsergänzungsmitteln achten?

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Der Markt für Nahrungsergänzungsmittel (NEM) ist riesig und unübersichtlich. Da NEM rechtlich als Lebensmittel und nicht als Arzneimittel gelten, sind die Kontrollen weniger streng als bei Medikamenten.

Hier ist eine Checkliste, worauf Sie beim Kauf achten sollten, um Ihre Gesundheit zu schützen und Ihr Geld sinnvoll zu investieren:

1. Bedarf ermitteln (Arztbesuch)

Kaufen Sie nicht "auf Verdacht". Viele Vitamine sind bei Überdosierung schädlich.

  • Bluttest: Lassen Sie beim Hausarzt feststellen, ob tatsächlich ein Mangel vorliegt (z. B. Vitamin D, Eisen, B12).
  • Gezielte Supplementierung: Nur das nehmen, was wirklich fehlt. Ein "Gießkannenprinzip" mit Multivitaminpräparaten ist oft unnötig und kann die Aufnahme einzelner Stoffe hemmen.

2. Qualität und Reinheit

Achten Sie darauf, wo und wie das Produkt hergestellt wurde.

  • Herstellungsland: Produkte aus Deutschland oder der EU unterliegen strengeren Lebensmittelkontrollen als Produkte aus Drittländern (z. B. USA oder Asien), die oft Verunreinigungen oder in der EU verbotene Stoffe enthalten können.
  • Zertifikate: Achten Sie auf Standards wie GMP (Good Manufacturing Practice), ISO oder Prüfsiegel von unabhängigen Laboren (z. B. Agrolab, Eurofins, TÜV), die das Produkt auf Schwermetalle, Schimmelpilze und Pestizide geprüft haben.
  • Kölner Liste: Besonders für Sportler wichtig, um sicherzustellen, dass keine Dopingsubstanzen enthalten sind.

3. Die Liste der Inhaltsstoffe (Zusatzstoffe vermeiden)

Ein hochwertiges Produkt hat eine kurze Zutatenliste. Vermeiden Sie:

  • Füllstoffe und Trennmittel: Wie Magnesiumstearat (umstritten), Titandioxid (in der EU als Lebensmittelzusatzstoff E171 verboten) oder Siliciumdioxid.
  • Farbstoffe und Aromen: Diese dienen nur der Optik/dem Geschmack und haben keinen gesundheitlichen Nutzen.
  • Süßstoffe und Zucker: Besonders in Brausetabletten oder Gummibärchen-Vitaminen oft enthalten.

4. Bioverfügbarkeit

Nicht jede chemische Verbindung eines Stoffes kann vom Körper gleich gut aufgenommen werden.

  • Beispiel Magnesium: Magnesiumcitrat oder -bisglycinat wird meist besser aufgenommen als billiges Magnesiumoxid.
  • Beispiel Vitamin D3: Sollte immer mit Öl (Fett) kombiniert werden, da es fettlöslich ist. Oft ist Vitamin K2 als Kombi-Präparat sinnvoll für die Calcium-Verwertung.
  • Natürliche vs. synthetische Quellen: Natürliche Extrakte (z. B. Vitamin C aus der Acerola-Kirsche) enthalten oft Begleitstoffe (Flavonoide), die die Aufnahme verbessern.

5. Dosierung (Vorsicht vor Überdosierung)

Viel hilft nicht immer viel.

  • Höchstmengen: Achten Sie auf die Empfehlungen des Bundesinstituts für Risikobewertung (BfR). Viele Produkte (besonders aus dem Internet) sind massiv überdosiert.
  • Fettlösliche Vitamine (A, D, E, K): Diese kann der Körper nicht einfach ausscheiden; sie reichern sich im Gewebe an und können bei Überdosierung toxisch wirken.

6. Dubiose Werbeversprechen prüfen

Seien Sie skeptisch, wenn:

  • Heilversprechen gemacht werden ("Heilt Krebs", "Stoppt Arthrose"). Das ist in der EU laut Health-Claims-Verordnung verboten. NEM dürfen nur dazu dienen, die normale Ernährung zu ergänzen.
  • Aggressives Marketing betrieben wird (z. B. "Nur noch heute 50% Rabatt" oder Empfehlungen durch unseriöse "Wunder-Doktoren" in sozialen Medien).

7. Wechselwirkungen beachten

Nahrungsergänzungsmittel können die Wirkung von Medikamenten beeinflussen.

  • Beispiele: Johanniskraut schwächt die Pille ab; Vitamin K kann Blutgerinnungshemmer stören; Calcium kann die Aufnahme von Antibiotika behindern.
  • Tipp: Sprechen Sie mit Ihrem Apotheker oder Arzt, wenn Sie regelmäßig Medikamente einnehmen.

8. Preis-Leistungs-Verhältnis

Teuer ist nicht automatisch besser, aber extrem billige Produkte sparen oft an der Rohstoffqualität oder verwenden minderwertige Verbindungen. Vergleichen Sie den Preis pro Tagesdosis (nicht pro Packung) und prüfen Sie die Wirkstoffmenge pro Kapsel.

Zusammenfassend: Kaufen Sie bevorzugt in Apotheken, Reformhäusern oder bei etablierten deutschen Herstellern, die Transparenz über ihre Laboranalysen bieten. Ein Blick auf das Impressum des Online-Shops verrät oft schon, ob es sich um eine seriöse Firma handelt.

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