Worauf müssen Menschen mit einer Pflasterallergie beim Kauf achten?

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Menschen mit einer Pflasterallergie reagieren meist nicht auf das Material des Pflasters selbst, sondern auf die darin enthaltenen Klebstoffe. Es handelt sich dabei meist um eine Kontaktallergie, die sich durch Rötungen, Juckreiz, Bläschen oder Schwellungen an der Klebestelle äußert.

Hier ist ein Leitfaden, worauf Sie beim Kauf und bei der Anwendung achten sollten:

1. Auf die Inhaltsstoffe achten (Die Auslöser)

Die häufigsten Allergieauslöser in Pflastern sind:

  • Kolophonium (Rosin): Ein natürliches Baumharz, das oft in Klebstoffen verwendet wird. Achten Sie auf die Aufschrift „kolophoniumfrei“.
  • Acrylate: Moderne Klebstoffe basieren oft auf Acrylaten. Diese sind zwar besser verträglich als alter Kautschukkleber, können aber dennoch Allergien auslösen.
  • Latex: Manche Pflaster enthalten Naturlatex im Trägermaterial oder Kleber. Achten Sie auf die Kennzeichnung „latexfrei“.
  • Konservierungsmittel & Farbstoffe: In seltenen Fällen können auch diese Stoffe im Wundvlies Reizungen auslösen.

2. Gezielte Produktwahl

Greifen Sie zu Produkten, die speziell für empfindliche Haut entwickelt wurden:

  • „Sensitiv“-Pflaster: Diese verwenden meist einen hypoallergenen Polyacrylat-Kleber, der hautschonender ist.
  • Silikon-Pflaster: Dies ist oft der „Goldstandard“ für Allergiker. Die Klebefläche besteht aus Silikon. Es haftet sanft, lässt die Haut atmen und lässt sich schmerzfrei entfernen, ohne die oberste Hautschicht zu verletzen.
  • Hypoallergene Pflaster: Diese sind explizit darauf getestet, das Risiko für allergische Reaktionen zu minimieren.

3. Alternativen zum klassischen Klebepflaster

Wenn herkömmliche Pflaster gar nicht vertragen werden, gibt es gute Alternativen:

  • Selbsthaftende (kohäsive) Fixierbandagen: Diese Verbände kleben auf sich selbst, aber nicht auf der Haut oder den Haaren. Man legt eine sterile Kompresse auf die Wunde und wickelt die Bandage darum. Ideal für Verletzungen an Fingern, Armen oder Beinen.
  • Sprühpflaster: Sie bilden einen dünnen Film über der Wunde. Vorsicht: Sprühpflaster enthalten oft Alkohol (brennt!) und Acrylate. Für echte Allergiker sind sie daher oft nicht geeignet. Vorher an einer kleinen Stelle testen.
  • Flüssigpflaster: Ähnlich wie Sprühpflaster, oft zum Pinseln. Auch hier die Inhaltsstoffe prüfen.
  • Schlauchverbände: Für Finger oder Gliedmaßen, um Kompressen ganz ohne Kleber zu fixieren.

4. Tipps für die Anwendung

  • Hauttest: Wenn Sie ein neues Produkt haben, kleben Sie ein kleines Stück davon auf eine gesunde Hautstelle (z. B. Innenseite des Unterarms) und warten Sie 24 Stunden ab, ob eine Reaktion erfolgt.
  • Haut trocken halten: Kleben Sie Pflaster nur auf gereinigte und absolut trockene Haut. Feuchtigkeit unter dem Pflaster begünstigt Hautirritationen.
  • Nicht zu lange tragen: Wechseln Sie das Pflaster regelmäßig. Je länger der Kleber auf der Haut verbleibt, desto höher ist das Risiko einer Sensibilisierung.
  • Vorsichtiges Ablösen: Manchmal ist die „Allergie“ eigentlich eine mechanische Reizung durch zu starkes Reißen beim Abnehmen. Silikonpflaster oder spezielle Pflasterentferner-Sprays helfen hier.

5. Was tun im Notfall?

Wenn die Haut bereits reagiert hat:

  • Pflaster sofort entfernen.
  • Klebereste vorsichtig mit etwas Speiseöl oder einer milden Lotion lösen (nicht rubbeln).
  • Bei starkem Juckreiz können frei verkäufliche Hydrocortison-Cremes oder Gele aus der Apotheke helfen.
  • Wichtig: Ein Allergietest beim Hautarzt (Epikutantest) kann genau klären, gegen welchen spezifischen Klebestoff Sie allergisch sind. Dann können Sie beim Kauf gezielt darauf achten.

Zusammenfassend: Suchen Sie nach „Sensitiv“-, „Latexfrei“- oder „Silikon-Pflastern“ und nutzen Sie bei größeren Wunden lieber selbsthaftende Binden und Kompressen.