Woran erkennt man nachhaltig produzierte Grillkohle ohne Tropenholzanteil?
Um nachhaltig produzierte Grillkohle zu finden, die garantiert kein Tropenholz enthält, gibt es klare Merkmale und Siegel, auf die du beim Kauf achten kannst. Hier ist ein Leitfaden:
1. Die wichtigsten Siegel
Siegel sind die verlässlichste Orientierungshilfe. Achte auf folgende Logos:
- FSC®-Siegel (Forest Stewardship Council): Dies ist das bekannteste Siegel. Achte speziell auf FSC 100%. Es garantiert, dass das Holz aus vorbildlich bewirtschafteten Wäldern stammt. Grillkohle mit dem FSC-Mix-Siegel kann theoretisch auch Anteile aus weniger kontrollierten Quellen enthalten, ist aber meist immer noch besser als gar kein Siegel.
- PEFC-Siegel: Ähnlich wie FSC, steht es für Holz aus nachhaltiger Waldbewirtschaftung, oft aus europäischen Wäldern.
- Naturland-Zertifikat: Dies ist eines der strengsten ökologischen Siegel. Es garantiert höchste Standards bei der Waldbewirtschaftung und im Köhlerprozess.
2. Die DIN-Normen
Jede in der EU verkaufte Grillkohle muss die Norm DIN EN 1860-2 erfüllen. Diese sagt jedoch nur etwas über die technische Qualität (Aschegehalt, Heizwert) aus, nicht über die Nachhaltigkeit.
- Achte stattdessen auf das DIN-Plus-Zertifikat in Verbindung mit der Herkunftsangabe. Seriöse Hersteller lassen ihre Lieferketten von der DIN CERTCO überwachen.
3. Herkunftsangabe und Holzart
Schau auf die Rückseite der Verpackung. Transparente Hersteller machen klare Angaben:
- Klare Holzart: Steht dort „Buchenholz“, „Eiche“ oder „Erle“, ist das ein gutes Zeichen.
- Vage Begriffe meiden: Begriffe wie „Hartholzmischung“, „Edellaubholz“ oder einfach nur „Grill-Holzkohle“ ohne Herkunft sind verdächtig. Dahinter verbirgt sich oft billiges Holz aus den Tropen oder Raubbau aus Osteuropa (z. B. Ukraine, Weißrussland).
- Produktionsort: „Made in Germany“ oder „Hergestellt in Europa“ (z. B. Polen, Frankreich) ist ein starker Hinweis darauf, dass europäische Hölzer verwendet wurden und keine illegalen Tropenhölzer beigemischt sind.
4. Alternative Rohstoffe (Abfallprodukte)
Eine sehr nachhaltige Methode ist Grillkohle, für die gar keine Bäume gefällt werden mussten. Es gibt hervorragende Alternativen aus landwirtschaftlichen Reststoffen:
- Kokos-Briketts: Hergestellt aus Kokosnussschalen (Abfallprodukt der Lebensmittelindustrie). Sie brennen sehr heiß und lange.
- Olivenkern-Briketts: Hergestellt aus den Kernen, die bei der Olivenölpressung übrig bleiben.
- Maisspindeln: Bestehen aus dem Inneren von Maiskolben.
- Weinreben: Aus dem Rückschnitt von Weinbergen.
- Bambus: Ein extrem schnell nachwachsender Rohstoff (hier jedoch auch auf FSC-Siegel achten).
5. Der Preis als Indikator
Qualität und Nachhaltigkeit haben ihren Preis. Wenn ein 10-kg-Sack Holzkohle für einen Spottpreis im Discounter angeboten wird, ist die Wahrscheinlichkeit extrem hoch, dass das Holz aus fragwürdigen Quellen in den Tropen oder aus industrieller Abholzung in Osteuropa stammt. Nachhaltige Kohle aus heimischer Buche oder aus Reststoffen ist in der Produktion deutlich teurer.
6. Die App-Hilfe
Es gibt die App "Check-it" oder Portale wie die des WWF, die regelmäßig Grillkohle testen. Du kannst oft den Barcode scannen, um mehr über die Herkunft zu erfahren.
Zusammenfassend: Kauf am besten Kohle mit FSC-100%-Siegel, die explizit als „Buchenholz aus Deutschland/Europa“ deklariert ist, oder greif zu Alternativen wie Kokos- oder Olivenkernbriketts.