Woran erkennt man einen stark saugenden Untergrund?
Einen stark saugenden Untergrund zu erkennen, ist entscheidend für den Erfolg von Maler-, Tapezier- oder Verlegearbeiten. Wenn der Untergrund der Farbe oder dem Kleber zu schnell das Wasser entzieht, kann das Material nicht richtig haften, reißt oder blättert später ab.
Hier sind die bewährten Methoden, um die Saugfähigkeit zu prüfen:
1. Der Wassertest (Die sicherste Methode)
Dies ist der Standardtest für Profis und Heimwerker.
- Vorgehen: Nehmen Sie eine Sprühflasche, einen nassen Schwamm oder einen Pinsel und spritzen Sie etwas klares Wasser an verschiedenen Stellen auf die Wand/den Boden.
- Interpretation:
- Stark saugend: Das Wasser zieht innerhalb von Sekunden (ca. 10–30 Sekunden) fast vollständig ein. Der Untergrund verfärbt sich an dieser Stelle deutlich dunkel.
- Normal saugend: Das Wasser zieht langsam ein (dauert ca. 1–2 Minuten).
- Schwach/Nicht saugend: Das Wasser perlt ab oder bleibt als Tropfen lange auf der Oberfläche stehen.
2. Die Benetzungsprobe
Ähnlich wie der Wassertest, aber man beobachtet genau, wie sich die Feuchtigkeit ausbreitet:
- Zieht das Wasser kreisförmig und sehr schnell in die Breite, deutet das auf eine hohe Porosität und extreme Saugfähigkeit hin (typisch bei Porenbeton oder altem Gipsputz).
3. Sicht- und Tastprüfung
Oft geben schon das Material und die Beschaffenheit Hinweise:
- Staubigkeit: Fahren Sie mit der Hand über den Untergrund. Wenn Ihre Hand danach weiß oder staubig ist (das nennt man „Kreiden“), ist der Untergrund meist auch stark saugend und instabil.
- Porenstruktur: Wenn Sie mit bloßem Auge viele kleine Poren oder eine sehr offene Struktur sehen (ähnlich wie bei einem Schwamm), ist eine hohe Saugfähigkeit garantiert.
Typische stark saugende Materialien:
- Gipsputz (neu oder alt)
- Gipskartonplatten (Rigips)
- Porenbeton (Ytong)
- Ziegel/Backstein
- Zementestrich
- Alter, sandender Putz
Warum ist das wichtig? (Die Folgen)
Wenn Sie auf einem stark saugenden Untergrund ohne Vorbehandlung arbeiten:
- Farbe: Sie lässt sich schwer verstreichen, trocknet scheckig auf (Glanzunterschiede) und blättert später ab.
- Tapete: Der Kleister wird sofort in die Wand gesogen. Die Tapete haftet nicht, die Nähte gehen auf oder sie fällt ganz ab.
- Fliesen: Der Fliesenkleber „verbrennt“. Ihm wird das Wasser für die chemische Abbindung entzogen, bevor er fest werden kann – die Fliesen hohl liegen oder lösen sich.
Die Lösung: Grundierung
Wenn Sie festgestellt haben, dass der Untergrund stark saugt, müssen Sie ihn mit Tiefengrund (bei mineralischen Untergründen wie Putz/Beton) oder einem speziellen Grundierfüller behandeln.
- Ziel: Die Poren werden verschlossen, die Saugfähigkeit wird reguliert und der Untergrund wird verfestigt.
- Test nach der Grundierung: Machen Sie den Wassertest erneut. Das Wasser sollte nun nicht mehr sofort einsaugen, sondern kurz stehen bleiben.