Was ist die Ursache dafür, dass Silikon nicht auf dem Untergrund haftet und sich ablöst?
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Das Ablösen von Silikon (Haftungsverlust) kann viele verschiedene Ursachen haben. Meistens liegt es an einer mangelhaften Vorbereitung des Untergrunds oder an einer falschen Materialwahl.
Hier sind die häufigsten Gründe, unterteilt in verschiedene Kategorien:
1. Mangelhafte Vorbereitung des Untergrunds (Häufigste Ursache)
- Fett und Öl: Selbst winzige Spuren von Hautfett, Montageöl oder Trennmitteln verhindern die Haftung.
- Staub und Schmutz: Das Silikon klebt am Staub, nicht am festen Untergrund.
- Feuchtigkeit: Silikon benötigt einen absolut trockenen Untergrund (außer bei speziellen Unterwasser-Silikonen). Ein unsichtbarer Feuchtigkeitsfilm verhindert die chemische Verbindung.
- Seifenreste/Glättmittel: Wenn beim Abziehen der Fuge zu viel Glättmittel verwendet wird und dieses unter die Flanken des Silikons läuft, bevor es am Rand haftet, löst es sich sofort wieder ab.
- Alte Silikonreste: Neues Silikon haftet extrem schlecht auf altem, ausgehärtetem Silikon. Es müssen immer alle Reste (ggf. mit Silikonentferner) restlos beseitigt werden.
2. Ungeeigneter Untergrund (Materialunverträglichkeit)
- Unpolare Kunststoffe: Auf Kunststoffen wie PE (Polyethylen), PP (Polypropylen) oder PTFE (Teflon) hält normales Silikon technisch bedingt gar nicht.
- Bitumen oder Teer: Silikon verträgt sich nicht mit bitumenhaltigen Materialien (es kommt zu Verfärbungen und Haftungsverlust).
- Porigkeit: Auf sehr saugenden, sandenden oder porösen Untergründen (wie bestimmtem Naturstein oder Putz) findet das Silikon keinen Halt, wenn nicht zuvor ein passender Primer (Grundierung) aufgetragen wurde.
3. Fehler bei der Verarbeitung
- Abgelaufenes Mindesthaltbarkeitsdatum: Überlagertes Silikon verliert seine Haftkraft und härtet oft nicht mehr richtig durch.
- Falsche Temperatur: Wenn es bei der Verarbeitung zu kalt (unter 5 °C) oder zu heiß ist, kann die Vernetzung (Aushärtung) gestört werden.
- Dreiflankenhaftung: Das Silikon darf nur an den zwei gegenüberliegenden Seiten der Fuge haften. Wenn es auch am Fugenboden klebt (Dreiflankenhaftung), entstehen bei Bewegung so starke Spannungen, dass das Silikon von den Seiten abreißt. Hier hilft eine Hinterfüllschnur.
4. Chemische und Physikalische Einflüsse
- Hinterfeuchtung: Wenn Wasser hinter die Silikonfuge gelangt (z. B. durch eine undichte Stelle daneben), drückt der Wasserdampf das Silikon von innen vom Untergrund ab.
- Mechanische Belastung: Wenn die Fuge zu schmal für die auftretenden Bewegungen (z. B. Setzungen des Hauses) ist, wird das Silikon überdehnt und reißt entweder in sich selbst (Kohäsionsbruch) oder löst sich vom Rand ab (Adhäsionsbruch).
Tipps für eine dauerhafte Haftung:
- Reinigen: Den Untergrund mit Isopropanol (Alkohol) oder Aceton (nur bei Fliesen/Metall, Vorsicht bei Kunststoff!) gründlich entfetten.
- Trocknen: Sicherstellen, dass die Fuge absolut trocken ist (ggf. mit dem Föhn nachhelfen).
- Primer nutzen: Bei problematischen Untergründen (Naturstein, Holz, manche Kunststoffe) immer den vom Hersteller empfohlenen Primer verwenden.
- Richtig glätten: Glättmittel sparsam einsetzen und erst aufsprühen, wenn das Silikon bereits fest in die Fuge gepresst wurde.
Zusammenfassend: Meistens ist eine unzureichende Entfettung oder die Verwendung von Glättmittel vor dem eigentlichen Anhaften das Problem.