Woran erkennt man beim Kauf die Qualität eines Zigarillos?
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Die Qualität eines Zigarillos lässt sich bereits vor dem Anzünden an verschiedenen Merkmalen feststellen. Da Zigarillos meist in geschlossenen Packungen verkauft werden, hilft ein Blick auf die Deklaration, aber auch (falls möglich) eine haptische und optische Prüfung.
Hier sind die wichtigsten Kriterien, um hochwertige Zigarillos von minderwertiger Massenware zu unterscheiden:
1. Die Zusammensetzung: 100 % Tabak vs. Bandtabak
Das wichtigste Qualitätsmerkmal steht meist auf der Packung.
- Premium-Qualität: Hochwertige Zigarillos bestehen zu 100 % aus Tabak (Einlage, Umblatt und Deckblatt sind reiner Naturtabak).
- Minderwertige Qualität: Günstige Produkte verwenden oft HTL (Homogenized Tobacco Leaf) oder „Bandtabak“. Das ist ein aus Tabakstaub und Bindemitteln hergestelltes Papier. Man erkennt es oft an einer sehr glatten, fast künstlichen Textur des Umblatts oder Deckblatts.
2. Das Deckblatt (Optik)
Das Deckblatt ist das äußere Blatt und entscheidend für das Aroma und die Ästhetik.
- Gut: Ein gleichmäßiges, intaktes Naturdeckblatt ohne Risse oder Löcher. Es sollte eine feine Struktur haben. Leichte Öligkeit ist ein Zeichen für gute Lagerung und Qualität.
- Schlecht: Fleckige Verfärbungen, sehr dicke Blattadern oder eine papierartige Optik (Hinweis auf Bandtabak).
3. Die Konstruktion (Haptik)
Falls man ein Zigarillo in die Hand nehmen kann:
- Festigkeit: Rollen Sie das Zigarillo vorsichtig zwischen den Fingern. Es sollte einen gleichmäßigen Widerstand haben. Es darf keine harten Stellen („Plugs“) oder hohle Stellen haben.
- Feuchtigkeit: Die meisten Zigarillos sind „Dry Filler“ (Trockenglimmer) und müssen nicht im Humidor gelagert werden. Dennoch sollten sie nicht so trocken sein, dass das Deckblatt beim Anfassen zerbröselt.
4. Einlage: Shortfiller vs. Longfiller
- Shortfiller: Fast alle Zigarillos sind Shortfiller (gehackter Tabak). Hier kommt es auf die Mischung an. Hochwertige Marken nutzen hier Reste von Premium-Zigarren (z.B. aus Kuba, Nicaragua oder der Dominikanischen Republik).
- Longfiller-Zigarillos: Es gibt seltene, handgerollte Zigarillos, die ganze Tabakblätter enthalten. Diese sind die absolute Spitzenklasse, aber teurer und meist im Humidor zu lagern.
5. Der Kaltgeruch
Riechen Sie an der offenen Packung oder am Zigarillo selbst:
- Gut: Ein angenehmer, natürlicher Tabakduft. Je nach Herkunft kann dieser erdig, holzig, ledrig oder süßlich sein.
- Schlecht: Ein stechender, chemischer oder flacher Geruch deutet auf künstliche Aromastoffe oder minderwertigen Tabak hin.
6. Herkunft des Tabaks
Die Herkunft ist oft ein Indikator für den Geschmack:
- Kuba (Habano): Meist kräftig, erdig, sehr aromatisch.
- Sumatra: Klassisch für europäische Zigarillos, eher mild, würzig und trocken.
- Brasilien: Dunkle Deckblätter, oft süßlich und vollmundig.
7. Die Verpackung
- Hochwertige Zigarillos werden oft in Blechdosen (Tins) oder hochwertigen Holzschachteln verkauft. Diese schützen den Tabak besser vor dem Austrocknen und vor mechanischen Schäden als einfache Pappschachteln.
Zusammenfassung: Worauf Sie beim Kauf achten sollten
Wenn Sie im Laden stehen, schauen Sie auf die Packung:
- Steht dort "100% Tabak"? (Kaufempfehlung)
- Ist ein Naturdeckblatt sichtbar? (Kaufempfehlung)
- Vermeiden Sie Produkte, bei denen "aromatisierte" Mischungen im Vordergrund stehen, wenn Sie echten Tabakgeschmack suchen (Aromen überdecken oft minderwertigen Tabak).
- Marken bekannter Zigarrenhersteller (z.B. Cohiba, Montecristo, Romeo y Julieta oder auch Davidoff und Villiger Premium-Linien) garantieren meist eine höhere Tabakqualität.